Panorama

Nur 30 Tage Haft für Bloßstellung Student in den Suizid getrieben

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Die Angehörigen des Opfers erhalten 11.000 Dollar.

(Foto: REUTERS)

Es war ein Fall, der viele in Amerika aufwühlte: Ein Student nahm sich das Leben, nachdem ihn ein Kommilitone wegen seiner Homosexualität öffentlich gemobbt hatte. Der Täter muss jetzt für 30 Tage ins Gefängnis.

Er filmte seinen Zimmergenossen mit einem Liebhaber und stellte ihn öffentlich bloß - das Opfer brachte sich daraufhin um. Nun ist ein 20-jähriger Student in den USA zu 30 Tagen Haft verurteilt worden. Der Angeklagte habe ein Verbrechen aufgrund von Vorurteilen begangen, zitierte der TV-Sender MSNBC den Richter. Das Gericht im Bundesstaat New Jersey hatte den Mann Schwuler wird Cyber-Opfer . Nun verhängte es das Strafmaß.

"Ich habe von Ihnen keine einzige Entschuldigung gehört", sagte Richter Glenn Berman nach Informationen des TV-Senders zu dem jungen Mann. Seine Tat zeuge von einer "kolossalen Insensibilität". Nach seiner Haftstrafe muss der Verurteilte Gemeindearbeit mit Menschen leisten, die Opfer von diskriminierenden Verbrechen sind. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Entschädigungssumme von rund 11.000 Dollar sowie drei Jahren auf Bewährung.

Seinen Suizid kündigte der Student auf Facebook an

Der in Indien geborene und in den USA aufgewachsene Student hatte sich mit seinem Opfer ein Zimmer an der staatlichen Rutgers Universität in New Jersey geteilt. Als sein Kommilitone im September 2010 Besuch von einem anderen Mann empfing, schaltete der Verurteilte seine Webcam an, bevor er den Raum verließ. Er filmte seinen Mitbewohner dabei, wie er seinen Besucher küsste. Anschließend ermunterte er über soziale Medien andere Studenten, sich den Film auf seinem Computer anzusehen. Das bloßgestellte Opfer sprang zwei Tage später von einer Brücke in den Hudson River. Seinen Selbstmord hatte der 18-Jährige auf seiner Facebook-Seite angekündigt.

Mit dem Strafmaß blieben die Richter weit unter der Erwartung. Der Angeklagte musste mit einer Haftstrafe von bis zu zehn Jahren oder seiner Ausweisung nach Indien rechnen. Der Vorfall hatte in den USA viel Aufsehen erregt. Im Bundesstaat New Jersey wurde vergangenes Jahr ein Anti-Mobbing-Gesetz verabschiedet. Danach können Opfer von Diffamierungen per Handy oder im Internet ihre Peiniger direkt in der Schule oder bei der Polizei anzeigen.

Quelle: n-tv.de, dpa

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