Panorama

"UWE-1" gestartet Studentensatellit im All

"UWE-1", der erste deutsche Piko-Satellit, ist nach mehreren verschobenen Starts am Donnerstag ins Weltall geschossen worden. Die von Studenten der Universität Würzburg gebaute Mini-Sonde soll die Methoden der Datenübertragung im Internet unter Weltraumbedingungen testen. "UWE-1" (Universität Würzburg Experimentalsatellit) ist nur etwa ein Kilogramm schwer und hat eine Kantenlänge von zehn Zentimetern.

Die würfelförmige Sonde ist Teil des Studentensatelliten "SSETI Express" der Europäischen Weltraumorganisation ESA. "SSETI Express", der von mehr als 200 Studenten aus verschiedenen europäischen Ländern entworfen und gebaut wurde, hob am Morgen planmäßig vom russischen Kosmodrom Plessezk mit einer Kosmos-3M-Trägerraketeab. Der Studentensatellit hat zwei weitere Piko-Satelliten -so werden besonders kleine Satelliten genannt -norwegischer und japanischer Universitäten an Bord.

"UWE-1" wurde von Studenten des Würzburger Informatik-Lehrstuhls für Robotik und Telematik gebaut. Sie verfolgten im Institut die Live-Übertragung des Starts und feierten anschließend mit Sekt und Brezeln. "Bis jetzt hat alles gut geklappt", sagte Florian Zeiger vom Lehrstuhl für Robotik. Erste Lebenszeichen des kleinen Satelliten, der 51 Minuten nach dem Start seine Antennen entfalten sollte, werden in der Würzburger Bodenstation erst um kurz vor Mitternacht empfangen werden können. Dann fliegt "UWE-1" über die unterfränkische Stadt.

Vorher könnten aber die mit Würzburg vernetzten Bodenstationen in Stanford (USA) und der japanischen Hauptstadt Tokio Signale des Mini-Satelliten registrieren. Durch die Vernetzung der Stationen wird der Zeitraum, in dem Kontakt zu "UWE-1" besteht, erheblich verlängert. Von Würzburg aus können die Informatiker nur jeweils zehn Minuten lang Daten empfangen und Steuerbefehle zu dem Erdtrabanten senden.

Quelle: n-tv.de