Panorama
Montag, 23. August 2010

In der Prinsengracht 263 : Sturm fällt Anne Franks Baum

Vor drei Jahren sollte der "Der Anne-Frank-Baum" in der Amsterdamer Prinsengracht gefällt werden, weil er starken Pilzbefall aufwies. Dies löst internationale Proteste aus. Der Baum bekommt schließlich ein Stützkorsett, die Pilzkrankheit wird bekämpft und der Baum blüht erstmals im Frühjahr 2009 wieder. Nun bricht er unter dem Druck eines schweren Sturms ab.

Die abgebroche Kastanie
Die abgebroche Kastanie(Foto: Reuters)

Ein Sturm hat die berühmte Anne-Frank-Kastanie in Amsterdam umgerissen. Der mehr als 150 Jahre alte Baum vor dem Kriegsversteck des jüdischen Mädchens war von Pilzen befallen und wurde durch ein Stützkorsett aufrechtgehalten. Beim Umstürzen der Kastanie sei niemand verletzt worden, teilte die Anne-Frank-Stiftung mit. "Wir hörten ein Krachen und als wir nachsehen, lag der Baum am Boden", sagte ein Sprecher. Der tonnenschwere Stamm sei eineinhalb Meter über dem Boden zerbrochen.

Das Mädchen, das sich mit seiner Familie und weiteren Juden im Hinterhaus der Prinsengracht 263 vor den Nazis versteckt hielt, hat die Kastanie auf dem Hof des Nachbargrundstücks in seinem weltberühmten Tagebuch beschrieben. Die Franks wurden 1944 verraten und in verschiedene Konzentrationslager gebracht. Anne starb im März 1945 kurz vor der Befreiung des KZ Bergen-Belsen an Typhus.

Abgebrochen wie ein Streichholz.
Abgebrochen wie ein Streichholz.(Foto: REUTERS)

Als die Kastanie vor drei Jahren sicherheitshalber gefällt werden sollte, hatte es einen internationalen Proteststurm gegeben. Daraufhin einigten sich die Stadt Amsterdam, der private Eigner des betreffenden Grundstücks und eine Bürgerinitiative darauf, dem Baum ein Korsett anzulegen und den Pilzbefall zu bekämpfen.

"Der Anne-Frank-Baum hat die Rettungsoperation glanzvoll überstanden", schrieb die Zeitung "de Volkskrant" im Frühjahr 2009, als die Kastanie zum ersten Mal seit langem wieder in voller Blüte stand. Experten seien überzeugt, dass ihr noch ein langes Leben vergönnt sei.

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Quelle: n-tv.de

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