Panorama

Mehrere Verletzte im Süden Deutschlands Sturm und Gewitter richten Schäden an

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Umgestürzte Bäume - so wie hier in Bayern - blockierten mehrere Bahnstrecken.

(Foto: dpa)

Nach der Hitze gewittert es in Teilen Deutschlands heftig. Das Unwetter trifft insbesondere Bayern und Baden-Württemberg. Gleich zu zwei Zeltlagern müssen Rettungskräfte ausrücken und die Teilnehmer in Sicherheit bringen. Auch mehrere Verletzte gibt es. Später suchen die Gewitter den Osten Deutschlands heim.

Schwere Unwetter sind am Wochenende über Teile Deutschlands gezogen. Mehrere Menschen wurden verletzt, wie die Polizei mitteilte. Darunter waren auch Besucher eines Pfadfinderlagers im baden-württembergischen Sigmaringen.

Sturmböen und starker Regen setzten den Angaben nach dem Zeltlager der katholischen Pfadfinder zu. Die rund 2500 Pfadfinder und ihre Besucher hätten sich am Mittag in eine angrenzende Bundeswehrkaserne gerettet. Unterstützt wurden sie von knapp 200 Einsatzkräften der Rettungsdienste und der Feuerwehr.

38 Menschen mussten medizinisch versorgt werden, 10 wurden mit mittelschweren Verletzungen in Krankenhäuser gebracht. Der Sturm beschädigte etwa ein Drittel der Zelte. Die Veranstalter entschlossen sich dennoch, das Zeltlager fortzusetzen.

Sturm reißt Solaranlage vom Dach

Auch im Landkreis Biberach mussten Rettungskräfte etwa 70 Kinder und Betreuer eines Zeltlagers in Sicherheit bringen. Zudem stürzten Bäume stürzten um, es kam zu Stromausfällen, Wasser floss über Straßen und in Wohnhäuser.

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Ein Auto prallte im Landkreis Biberach gegen einen Baum. Der Fahrer wurde nicht verletzt.

(Foto: dpa)

Mehrere Fahrzeuge wurden von herabfallenden Gegenständen beschädigt. Ein Fahrradfahrer wurde von einem Ast getroffen. Seine Verletzungen seien aber nicht schwer, teilte die Polizei mit. Sogar eine 16 mal 16 Meter große Solaranlage wurde vom Dach eines Gebäudes gerissen. Um die mehr als 20 Tonnen schwere Anlage zu bergen, musste ein Schwerlastkran eingesetzt werden. Auch im Alb-Donau-Kreis wütete der Sturm.

In Bayern waren vor allem Schwaben und die Oberpfalz vom Unwetter betroffen. Bäume wurden entwurzelt und blockierten Fahrbahnen und Bahnstrecken, wie die Polizei mitteilte. Autos und Stromleitungen wurden beschädigt und Fahrbahnen überflutet. Keller liefen voll. Insgesamt gingen mehrere hundert Notrufe bei der Polizei ein.

Ein Mensch wurde schwer verletzt, als in Neu-Ulm bei einer Veranstaltung eines Hundesportvereins ein Zelt einstürzte. Drei weitere Menschen erlitten leichte Verletzungen. In Illertissen schlug ein Blitz in ein Reihenhaus - zum Glück blieb es nur bei Rauch.

Bäume blockierten Gleise

In Regensburg deckte der Sturm die Blechdächer mehrerer Rohbauten ab. Mehrere Bahnstrecken mussten gesperrt werden, vor allem weil Bäume die Gleise blockierten. Probleme gab es unter anderem auf der Strecke Weiden-Regensburg.

Bei Donauwörth musste zeitweise ein ICE auf offener Strecke stoppen, weil vor und hinter dem Zug Bäume auf den Gleisen lagen. Auf der Bahnstrecke Augsburg-Ulm musste der Abschnitt zwischen Dinkelscherben und Burgau gesperrt werden.

Bahnreisende auf den betroffenen Strecken müssen mit Verspätungen rechnen. "Die Sicherheit der Reisenden geht vor", sagte ein Bahnsprecher. "Man muss die Züge in den Bahnhöfen zurückhalten, bis sicher ist, dass die Strecke frei ist."

Die Höhe der Schäden war zunächst noch unklar. In Oberbayern gab es ebenfalls Gewitter, jedoch blieben schwere Schäden aus.

Zugreisende sitzen fest

An der Landesgrenze zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt wurde eine Bahnoberleitung beschädigt. Etwa 120 Bahnreisende eines Regionalzugs blieben am Samstagabend auf der Strecke Berlin - Dessau hinter Medewitz stecken, wie ein Bundespolizeisprecher mitteilte. Sie seien mit dem Taxi weiterbefördert oder in die Hauptstadt zurückgebracht worden.

Nach Angaben der Deutschen Bahn waren bei einer Gewitterfront mit Windhose Gegenstände durch die Luft gewirbelt und Bäume beschädigt worden. Das habe zu einem Kurzschluss geführt. Die Reparaturarbeiten hätten bis zum frühen Morgen gedauert. Der Fernverkehr war laut Bahn nicht betroffen.

In Thüringen überfluteten starke Regenfälle mit Hagel die Autobahn 4 bei Jena. Die Feuerwehr war stundenlang im Einsatz, um das gestaute Wasser von der Fahrbahn zu pumpen. Der Stau Richtung Frankfurt/Main erreichte eine Länge von etwa 17 Kilometern, Richtung Hermsdorfer Kreuz waren es etwa fünf, wie ein Sprecher des Lagezentrums in Erfurt sagte. Autofahrer, darunter viele Pendler, Urlaubsrückkehrer und Fußballfans, mussten sich in Geduld üben.

In Teilen Berlins hieß es in der vergangenen Nacht: Land unter. Ein unwetterartiger Wolkenbruch setze im Ortsteil Friedenau etliche Straßen und Keller unter Wasser. Auch eine Tiefgarage wurde geflutet. Dabei wurden zwölf Autos durch die Wassermassen beschädigt. Innerhalb kurzer Zeit musste die Berliner Feuerwehr zu rund 75 wetterbedingten Einsätzen ausrücken.

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Quelle: n-tv.de, hah/dpa