Panorama

Drogen- und Suchtbericht 2011 Sucht hat Millionen im Griff

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Die Deutschen trinken zehn Liter reinen Alkohol pro Kopf und Jahr.

(Foto: dpa)

Das so genannte Komasaufen bleibt ein gravierendes Problem vieler Jugendlicher - auch wenn insgesamt weniger Minderjährige als früher trinken, rauchen oder kiffen. Millionen Bundesbürger kommen nicht von der Flasche, den Zigaretten oder auch den Spielautomaten los.

Jugendliche greifen in Deutschland immer seltener zu Flasche, Zigarette oder Joint - insgesamt aber haben Millionen Bundesbürger . "Es ist der Alkohol, der uns im Moment die größten Schwierigkeiten macht", sagte die Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans bei der Vorstellung des Drogen- und Suchtberichts der Bundesregierung 2011 in Berlin. So sei Deutschland mit im Schnitt zehn Liter reinen Alkohols pro Kopf und Jahr "an vorderster Stelle im Ländervergleich". Allein zehn Prozent der Menschen tränken davon etwa die Hälfte.

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Mechthild Dyckmans präsentiert den neuen Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung.

Beim berüchtigten Komasaufen gebe es keine Trendwende, vor allem Jungen trinken sich regelmäßig bewusstlos. Jeder fünfte 12- bis 17-Jährige trinkt sich laut Bericht mindestens einmal pro Monat in einen Rausch, bei den 18- bis 25-Jährigen war es sogar jeder zweite. 2009 wurden 26 400 Menschen zwischen 10 und 20 Jahren wegen Alkoholmissbrauchs akut im Krankenhaus behandelt - 2,8 Prozent mehr als noch 2008, sogar 178 Prozent mehr als 2000.

Dyckmans rief die Händler dazu auf, Jugendlichen keinen Alkohol zu verkaufen: "Ich erwarte vom Einzelhandel und den Tankstellen, dass die vereinbarten Maßnahmen auch wirklich flächendeckend umgesetzt werden."

Sucht in allen Facetten

Insgesamt 16 Millionen Menschen rauchen. 1,3 Millionen sind abhängig von Alkohol, 1,4 Millionen von Medikamenten, so Dyckmans. "Circa 200.000 Menschen weisen einen problematischen Cannabiskonsum auf", sagte die FDP-Politikerin weiter.

200.000 Menschen nähmen andere illegale Drogen. Bis zu 600.000 gelten als glücksspielsüchtig, besonders in Gaststätten mit Spielautomaten werde der Jugendschutz zu wenig beachtet.560.000 Menschen seien abhängige Internetnutzer. "Die Internetsucht beginnt dann, wenn man sich überhaupt nicht mehr aus dem Netz zurückzieht und die sozialen Kontakte völlig abbricht."

Quoten bei Minderjährigen gehen zurück

Weniger Minderjährige greifen zu den Suchtstoffen. 2010 tranken 13 Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen regelmäßig Alkohol, nach 21 Prozent sechs Jahre zuvor. 13 Prozent der Jugendlichen rauchen. 2001 taten dies noch 23 Prozent. Fünf Prozent nehmen ab und an Cannabis, fünf Punkte weniger als vor sechs Jahren.

"Suchtmittelmissbrauch und Suchtmittelerkrankung verursachen große gesundheitliche, soziale und volkswirtschaftliche Probleme", sagte Dyckmans gleichwohl. Sie kündigte eine neue Anti-Sucht-Strategie mit mehr direkt auf die einzelnen Konsumentengruppen gerichteten Präventionsangeboten an, ohne Details zu nennen.

Quelle: ntv.de, dpa

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