Panorama

Alabama, Mississippi, Georgia, ... Südstaatler räumen Heimat auf

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Der Weg des Tornados durch Tuscaloosa.

(Foto: AP)

Nach den zerstörerischen Tornados in den USA durchkämmen jetzt dutzende Mannschaften aus Rettungshelfern, Bestattern und Sicherheitskräften die betroffenen Gebiete in Alabama nach weiteren Opfern. Arbeiter richten die zerstörten Stromleitungen wieder her und das Rote Kreuz baut eiligst Notunterkünfte für die vielen obdachlos gewordenen Menschen.

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Die Bewohner von Phil Campbell, Alabama, suchen nach ihren Habseligkeiten.

(Foto: REUTERS)

Nach der schlimmsten Tornadoserie in den USA seit fast 80 Jahren haben am Wochenende die Aufräumarbeiten in den verwüsteten Gebieten begonnen. Während Helfer weiter nach möglichen Überlebenden oder Leichen unter den Trümmern suchten, konzentrierten sich die Behörden auf die Versorgung der Obdachlosen und den Wiederaufbau. Durch die Tornados vom Mittwoch kamen nach neuen Angaben fast 350 Menschen ums Leben.

Vor Ort trifft derweil immer mehr Hilfe für die von der Katastrophe betroffenen Menschen ein. Das Rote Kreuz errichtete nach eigenen Angaben in dem am schlimmsten betroffenen Bundesstaat Alabama 16 Notunterkünfte, in denen insgesamt 900 obdachlos gewordene Menschen unterkamen. Rund tausend Soldaten der Nationalgarde sowie eine mobile Einsatzzentrale waren auf dem Weg in den südlichen US-Bundesstaat. 35 Mannschaften aus Rettungshelfern, Bestattern und Sicherheitskräften durchkämmten die betroffenen Gebiete in Alabama. Arbeiter begannen, die zahlreichen zerstörten Stromleitungen wieder herzurichten.

Die Such- und Rettungstrupps arbeiteten nun verstärkt in kleineren Gemeinden, die zunächst wenig Beachtung gefunden hätten, sagte eine Sprecherin der Rettungsdienste von Alabama, Yasamie August. "Wir finden immer noch ganze Wohnsiedlungen und Häuser, die dem Erdboden gleichgemacht wurden", sagte sie.

Auch Feuerwachen und Rettungsstellen zerstört

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Die Hilfe rollt an.

(Foto: dpa)

Die Hilfs- und Rettungseinsätze wurden dadurch erschwert, dass auch viele Feuerwachen und Gebäude anderer Rettungskräfte durch die Tornados zerstört wurden. "Es ist so schwer, alles zu koordinieren, weil viele der Leute, die man um Hilfe bitten würde, selbst betroffen sind", sagte Schwester Carol Ann Gray vom Katholischen Sozialdienst in Tuscaloosa. Freiwillige kamen ins Katastrophengebiet, um bei der Beseitigung der Trümmer zu helfen und die Menschen mit Trinkwasser und Essen zu versorgen.

Die Tornados hatten besonders schwere Zerstörungen in Tuscaloosa in Alabama angerichtet. US-Präsident Barack Obama, der sich am Freitag in der 90.000-Einwohner-Stadt ein Bild von der Lage gemacht hatte, erneuerte seine Hilfszusagen. "Es wird ein langer Weg zurück sein und wir müssen in unseren Gedanken und Gebeten bei diesen Amerikanern sein", sagte er am Samstag bei einem Abendessen mit den Korrespondenten des Weißen Hauses in Washington. "Wir müssen ihnen auch beistehen in den harten Monaten und vielleicht Jahren, die auf sie zukommen", fügte er hinzu. "Ich werde dafür sorgen, dass die Regierung das tut."

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Die Gemeinden werden wieder mit Strom versorgt.

(Foto: dpa)

Obama hatte sich bei seinem Besuch vor Ort schockiert über das Ausmaß der Zerstörungen gezeigt. "Ich habe noch nie so eine Zerstörung gesehen. Das ist herzzerreißend", sagte er nach einem Rundgang durch verwüstete Wohngegenden.

Die Behörden von Alabama korrigierten ihre Opferzahl nach unten und sprachen nun von 250 statt 254 Toten. Acht Menschen wurden jedoch noch vermisst. In Mississippi wurde unter den Trümmern ein weiterer Mensch tot aufgefunden, wodurch die Opferzahl dort auf 35 stieg. Nach Angaben der Behörden starben durch die Tornados zudem 34 Menschen in Tennessee, 15 in Georgia, acht in Arkansas und fünf in Virginia. Die Tornadoserie vom Mittwoch war die folgenschwerste in den USA seit fast 80 Jahren, als im März 1925 747 Menschen starben.

Quelle: n-tv.de, AFP

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