Panorama

Schwulenfeindlicher Post im Netz Sydneys Oper feuert Sopranistin

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Tamar Iveri bei einem Konzert 2009.

(Foto: dpa)

Sopranistin Tamar Iveri gilt nach Auftritten in Wien, Salzburg und Verona als neuer Stern am Opernhimmel. Ein homosexuellenfeindlicher Kommentar auf ihrer Webseite bringt einen jähen Karriereknick.

Die Australische Oper hat sich von der Sopranistin Tamar Iveri getrennt, weil auf deren Facebook-Seite Homosexuelle verunglimpft worden sind. "Wir betrachten diese Ansichten als unzumutbar", teilte die Oper mit. Iveri sollte im Juli im berühmten Opernhaus von Sydney in der Oper "Otello" auftreten und die Rolle der Desdemona singen.

Die Georgierin wehrte sich gegen alle Vorwürfe. Den umstrittenen Kommentar habe ihr Mann in ihrem Namen und ohne ihr Wissen auf Facebook gestellt. Sie habe ihn sofort gelöscht. "Ich bin schockiert und traurig über Medienberichte, die mich als homosexuellenfeindlich bezeichnen", schrieb sie auf Facebook.

Wer kündigt wem?

Die Oper teilte mit, sie habe mit Iveri eine Übereinkunft getroffen, den Vertrag sofort zu beenden. Die Sängerin schrieb auf Facebook, sie habe sich entschlossen, von der Rolle zurückzutreten, um den Erfolg der Produktion nicht zu gefährden. Sie singe für alle Menschen, die sie hören wollten, und wolle niemanden ausschließen, beteuerte sie.

In dem umstrittenen Kommentar wurden im Hinblick auf eine bevorstehende Schwulen- und Lesbenparade in der georgischen Hauptstadt Tiflis abfällige Bemerkungen über Homosexuelle gemacht. Die Geschichte machte erst in den vergangenen Tagen in Australien Schlagzeilen. Auf der Facebook-Seite der Oper gab es mehr als 1000 empörte Reaktionen und Boykottdrohungen, sollte Iveri weiter dort singen.

Iveri hat bereits in Wien, Salzburg und Verona, in der Met in New York und im Royal Opera House in Covent Garden in London gesungen. Ihr Debüt feierte sie nach Angaben der Australischen Oper 2011 in der Scala in Mailand als Donna Anna in Don Giovanni.

Quelle: n-tv.de, sba/dpa