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WFP sammelt Spenden Syrer müssen vorerst nicht hungern

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1,7 Millionen syrische Flüchtlinge sind auf die Nahrungsmittelhilfe des Welternährungsprogramms dringend angewiesen.

picture alliance / dpa

Mithilfe einer Internetkampagne der Welternährungshilfe konnten nun nochmals mehr als 20 Millionen Dollar mobilisiert werden - nicht genug für eine dauerhafte Lösung. 1,7 Millionen Flüchtlinge blicken einem ungewissen Winter entgegen.

Nach dem Alarmruf der UNO kann die Versorgung von 1,7 Millionen syrischen Flüchtlingen vorerst doch weitergeführt werden. Seit dem Start der Spendenkampagne des Welternährungsprogramms (WFP) seien binnen 24 Stunden 21,5 Millionen Dollar, umgerechnet rund 17,4 Millionen Euro, eingegangen, sagte eine WFP-Sprecherin. Um bis Ende des Jahres Lebensmittelmarken an die syrischen Flüchtlinge im Libanon, in der Türkei, in Jordanien und Ägypten verteilen zu können, fehlten aber weitere 42,5 Millionen Dollar.

Das WFP hatte die Lebensmittelversorgung vorerst gestoppt, weil kein Geld mehr da war. Am vergangenen Mittwoch hatte die UN-Organisation dann ihre Internetkampagne "Ein Dollar - ein Leben" gestartet. Mehr als 10.000 Spender - von Einzelpersonen über Unternehmen bis hin zu Regierungen - reagierten. Die Bundesregierung mobilisierte aus Haushaltsreserven 15 Millionen Euro für die Nahrungsmittelhilfe in den Nachbarländern und in Syrien selbst, sowie weitere 25 Millionen Euro für Winterhilfe, Polio-Impfkampagnen und andere Nothilfemaßnahmen.

Stopp der Hilfe ist wie ein Todesurteil

Die UN-Spendenaktion läuft noch, doch ausreichend Geld wird nicht zusammenkommen. Für den gesamten Winter werden für die Flüchtlinge im Bürgerkriegsland und in den Nachbarländern 353 Millionen Dollar benötigt, sagte die WFP - Sprecherin. Mehr als die Hälfte der Syrer wurde seit Beginn des Bürgerkriegs 2011 aus ihrer Heimat vertrieben. 

Die als gemäßigt geltende syrische Opposition zeigte sich geschockt, dass die Staatengemeinschaft nicht genug Geld für die Versorgung der Flüchtlinge gibt. Ein Stopp der Nahrungsmittelhilfe "kommt einem Hinrichtungsbefehl nahe", sagte der Präsident der Syrischen Nationalen Koalition, Hadi al-Bahra. 1,7 Millionen Menschen müssten dann den Hungertod sterben. Und 60 Prozent der Betroffenen seien Frauen und Kinder. "Wir als Syrer verstehen nicht, wie die Staatengemeinschaft unter ihren Augen 1,7 Millionen Menschen verhungern lassen kann."

Quelle: n-tv.de, lda/AFP

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