Panorama

Kinder aus dem Fenster geworfen Syrischer Flüchtling bekommt 15 Jahre Haft

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Der Angeklagte Hassan Z. wird schuldig gesprochen. Der syrische Flüchtling hat seine drei Kinder aus dem Fenster eines Flüchtlingsheims geworfen.

(Foto: dpa)

Ein Vater, der seine drei Kinder aus dem ersten Stock einer Flüchtlingsunterkunft im nordrhein-westfälischen Lohmar geworfen hatte, muss 15 Jahre ins Gefängnis. Die Richter sprechen den 35-Jährigen des dreifachen versuchten Mordes schuldig.

Wegen dreifachen Mordversuchs und Körperverletzung an seinen eigenen Kindern hat das Landgericht Bonn einen syrischen Flüchtling zu 15 Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte seine drei Kinder aus den Fenstern einer Flüchtlingsunterkunft warf, weil er sich über seine Frau ärgerte.

Er habe die Kinder "wie einen alten Weihnachtsbaum" aus dem Fenster seiner Flüchtlingsunterkunft geworfen, sagte Staatsanwalt Florian Geßler während des Prozesses.

Die beiden Töchter des Mannes im Alter von einem und sieben Jahren sowie sein fünfjähriger Sohn hatten die Tat am 1. Februar in Lohmar überlebt, aber teils schwere Verletzungen erlitten. Als Höchststrafe drohte dem Mann daraufhin lebenslange Haft.

Als Motiv für die Tat nahm die Staatsanwaltschaft in dem Prozess an, der Mann sei nicht damit einverstanden gewesen, dass seine Ehefrau in Deutschland nicht mehr das aus ihrer Heimat gewohnte Rollenbild akzeptieren und sich nicht mehr alles von ihm gefallen lassen wollte.

Die Verteidigung plädierte dagegen auf eine zeitlich begrenzte Freiheitsstrafe. Die Tat müsse vor dem Hintergrund der Flucht des Mannes aus Syrien gesehen werden. Der Syrer stamme aus ärmlichen Verhältnissen und habe keine Schulbildung genossen, erklärte Verteidiger Martin Kretschmer. Nach Flucht und Entwurzelung sei er mit dem veränderten Rollenverständnis in Deutschland nicht zurechtgekommen. Zudem sei der Mann in einer Welt aufgewachsen, in der Gewalt und Brutalität an der Tagesordnung gewesen seien, so der Verteidiger.

Er habe kaltblütig gehandelt und die Kinder töten wollen, sagte dagegen der Staatsanwalt. Es müsse die besondere Schwere seiner Schuld festgestellt werden. Der Mann habe keine Reue gezeigt, sondern sei in Selbstmitleid zerflossen.

Quelle: ntv.de, dsi/AFP