Panorama
Dienstag, 01. Dezember 2015

Mit KZ-Bild im Spaßbad: Tätowierter soll NPD-Gemeinderat sein

Ein Wachturm, an der Seite Stacheldraht und darunter der NS-Spruch "Jedem das Seine": Das "Nazi-Arschgeweih" im Oranienburger Spaßbad sorgte bundesweit für Aufsehen. Nun soll die Identität des Mannes gelüftet worden sein.

Die Tätowierung eines Schwimmbad-Besuchers, der seine politische Gesinnung im sogenannten Arschgeweih-Format über seinem Steiß trägt, sorgte deutschlandweit für Schlagzeilen. Über dem Hosenbund ist die Silhouette des Konzentrationslagers Buchenwald tätowiert, darunter prangt in altdeutscher Schrift der Spruch "Jedem das Seine". Diese Inschrift stammt ebenfalls aus Buchenwald und war über dem Eingangstor angebracht.

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Gegen den Mann wurde von der Staatsanwaltschaft Neuruppin ein Strafverfahren wegen Volksverhetzung eingeleitet. Doch wer war dieser Mann, der da im Oranienburger Spaßbad "Turm Erlebniscity" von hinten fotografiert wurde? Nach einem Bericht der "Potsdamer Neuesten Nachrichten" wurde der Träger, dessen Rückenansicht als "Brauner Speck" oder "Nazi-Arschgeweih" durch die sozialen Medien ging, gefunden.

Demnach soll es sich bei dem Mann um den 1988 geborenen Brandenburger NPD-Politiker Marcel Z. handeln. Der gelernte Glas- und Gebäudereiniger sitzt im Kreistag Barnim und ist Gemeindevertreter in Panketal. Der Sprecher der NPD Brandenburg, Florian Stein, sagte den "Potsdamer Neuesten Nachrichten" auf die Frage, ob er ausschließen könne, dass sein Parteikollege das KZ-Tattoo trägt: Er könne sich das nicht vorstellen. Die Kreischefin der NPD Uckermark-Barnim, Aileen Rokohl, wollte Fragen gar nicht erst beantworten. Auch die Staatsanwaltschaft wollte nicht bestätigen, dass es sich um den NPD-Mann handelt.

Wie die "Potsdamer Neuesten Nachrichten" berichten, habe Z. auf seinem Bauch zudem den Reichsadler tätowiert, an der Stelle des üblichen Hakenkreuzes sei sein Bauchnabel. Zudem prangt auf seinem linken Arm eine schwarze Sonne, ein typisches Erkennungssymbol in der Neonazi-Szene, schreibt die Zeitung weiter.

Der NPD-Mann soll den Angaben zufolge nicht zum ersten Mal mit dem Nazi-Tattoo aufgefallen und auch sonst kein unbeschriebenes Blatt in der Neonazi-Szene sein. Er sei Mitglied der vom Verfassungsschutz als "neonationalsozialistisch" eingestuften braunen Bruderschaft "Barnimer Freundschaft", heißt es.

Quelle: n-tv.de