Panorama

Taifun nimmt nach den Philippinen Kurs auf Vietnam "Haiyan" tötet mindestens 100 Menschen

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(Foto: REUTERS)

Erstmals liefern die Behörden der Philippinen Zahlen zu den Opfern des Taifun "Haiyan". Ein realistisches Lagebild können sie aber noch nicht zeichnen. In einige der am schwersten betroffenen Regionen konnten bisher weder Soldaten noch Hilfsorganisationen vordringen.

Durch den Taifun "Haiyan" sind auf den Philippinen mindestens einhundert Menschen ums Leben gekommen. Das teilten die Behörden in der Hauptstadt Manila mit. Es gilt allerdings als sicher, dass die Opferzahl noch höher liegt. Ein Beamter sagte, dass allein in der Provinz Leyte mindestens 100 Menschen ihr Leben verloren hätten. Die Leichen lägen unter anderem in den Straßen der Stadt Tacloban, so John Andrews, der Vize-Direktor der Zivilluftfahrtsbehörde.

Es sind die ersten offiziellen Opferzahlen von Behörden. Das vollständige Ausmaß der Katastrophe lässt sich aber noch nicht realistisch abschätzen. Zwar waren rund 15.000 Soldaten im Einsatz, um in den Katastrophengebieten die Folgen des Durchzugs von "Haiyan" einzudämmen. Alle Regionen konnten sie aber nicht erreichen. Für ein belastbares Lagebild fehlen weiterhin Informationen.

Die Inselprovinzen Samar, Leyte und Bohol waren komplett von der Stromversorgung abgeschnitten. Telefonverbindungen waren nicht möglich.

Vereinzelte Informationen aus den betroffenen Gebieten in dem Inselstaat deuten darauf hin, dass die Schäden enorm sind. Mitarbeiter der Hilfsorganisation World Vision berichteten von ungeheuren Regenmassen. Ganze Dörfer stünden unter Wasser, sagte ein Sprecher. Selbst stark befestigte Gebäude mit Metalldächern seien umgeweht worden.

Taifun sprengt alle Kategorien

Der Taifun Haiyan ist einer der stärksten Wirbelstürme seit Menschengedenken. Auf einer Breite von 600 Kilometern fegte der Sturm über die Philippinen hinweg, 18 Millionen Menschen leben in dem betroffenen Gebiet. Sturmfluten mit bis zu fünf Meter hohen Wellen suchten die Ostküste heim, teilte die UN-Katastrophenhilfe (OCHA) mit. Hunderttausende Menschen flohen aus den Küstengebieten.

"Die Stärke dieses Taifuns sprengt alle Kategorien", sagte Michael Padua, Taifun-Spezialist der privaten Wetterstiftung in Manila, die eigene Vorhersagen anbietet. "Wir rechnen mit katastrophalen Schäden", betonte Padua.

Einzelne Handyvideos tauchen auf

Nothelfer sind bisher aber nicht bis in die am schlimmsten heimgesuchte Region vorgedrungen. Aus der Region, die direkt getroffen wurde, gibt es bisher nur vereinzelt Videos, die Anwohner auf dem Handy gemacht haben und hochladen konnten.

Haiyan ist nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes der stärkste Taifun, der jemals auf Land getroffen ist. Der Sturm hat die Philippinen vom Pazifik aus Richtung Nordwesten überquert und Kurs auf Vietnam genommen. Dort soll er am Sonntagvormittag noch mit Windgeschwindigkeiten von 200 Kilometern in der Stunde auf Land treffen und im Landesinneren am Montag weiter an Kraft verlieren. Von dem gewaltigen Taifun seien voraussichtlich auch Teile von Kambodscha, Laos und Südchina betroffen.

Quelle: ntv.de, ieh/nsc/dpa/AFP

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