Panorama

Umweltdrama vor Chinas Küste Tankerunglück hinterlässt giftige Ölteppiche

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Auf dem Foto ist der Ölteppich kaum zu erkennen, für Meereslebewesen aber ist er extrem giftig.

(Foto: picture alliance / Liu Shiping/X)

Nach der Havarie des iranischen Öltankers "Sanchi" vor der chinesischen Küste wird das Ausmaß der Umweltschäden langsam klarer: Die Rückstände des hochgiftigen Leichtöls können von Wasser nur schwer getrennt werden – und die Ölteppiche sind gigantisch.

Nach dem Tankerunglück vor der Ostküste Chinas haben sich vier Ölteppiche auf dem Meer ausgebreitet. Die chinesische Meeresbehörde teilte mit, die Ölteppiche seien insgesamt 101 Quadratkilometer groß. Die Behörde versucht nach eigenen Angaben, eine Ausbreitung des Öls zu verhindern und die Umweltschäden zu untersuchen. Unterwasserroboter sollten das in 115 Metern Tiefe liegende Schiffswrack erkunden.

Am Dienstag hatte die Behörde noch von zwei Ölteppichen gesprochen, die 69 Quadratkilometer bedeckten. Außerdem sei auf einer Fläche von 40 Quadratkilometern "vereinzelt" Öl gesichtet worden. Die nun angegebenen 101 Quadratkilometer entsprechen in etwa der Fläche von Paris.

Der iranische Öltanker "Sanchi" war am 6. Januar auf hoher See im Ostchinesischen Meer mit einem chinesischen Frachter zusammengestoßen und sofort in Brand geraten. Alle 32 Besatzungsmitglieder - 30 Iraner und zwei Bangladescher - kamen dabei vermutlich ums Leben. Bislang wurden nur die Leichen von drei Besatzungsmitgliedern gefunden. Nach mehreren Explosionen sank die "Sanchi" am Sonntag. Laut chinesischem Verkehrsministerium liegt sie in 115 Metern Tiefe auf dem Meeresgrund.

Katastrophe von historischem Ausmaß

Die "Sanchi" hatte 136.000 Tonnen Ölkondensat - ein besonders hochwertiges Leichtöl - und bis zu tausend Tonnen Schweröl als Treibstoff an Bord. Das Schiff sank, bevor die Ladung komplett verbrannt war. Das für Meereslebewesen hoch giftige Ölkondensat bildet keine typischen Ölteppiche an der Meeresoberfläche wie sie bei Tankerunglücken oftmals zu beobachten sind. Es vom Wasser zu trennen, ist daher weitaus schwieriger.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace erklärte, dass Wrack liege in einem wichtigen Laichgebiet für bestimmte Tintenfische, außerdem überwinterten dort bestimmte Fischarten und Wanderrouten von Buckel- und Grauwalen kreuzten die Zone.

Nach dem Unglück hatten die chinesischen Behörden zunächst beteuert, dass die Umweltauswirkungen durch das austretende Leichtöl begrenzt seien. Experten warnten jedoch vor einer Umweltkatastrophe von historischem Ausmaß.

Quelle: n-tv.de, fhe/AFP

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