Panorama

"Ich meine es ernst" Taucher sucht Bin Ladens Leiche

Ein Kalifornier will 400.000 Dollar ausgeben, um im Indischen Ozean nach der Leiche von Osama bin Laden zu suchen. Bereits in einem Monat soll es losgehen. Was er mit der Leiche machen will, weiß er noch nicht. In jedem Fall will er einen Dokumentarfilm drehen und an TV-Sender verkaufen.

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Eine Ausgabe der Zeitschrift "Time" Mitte Mai vor einer Buchhandlung in Islamabad.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Ein kalifornischer Taucher und Schatzsucher will die Leiche von Terror-Chef Osama bin Laden finden. Mit Sonargeräten will Bill Warren von einem Schiff aus Teile des Arabischen Meers absuchen. "Ich meine es ernst, das ist kein Witz", versicherte der bei San Diego lebende Profi-Taucher. "Ich möchte herausfinden, ob mein Präsident wirklich die Wahrheit sagte und ob Bin Laden tot auf dem Meeresgrund liegt."

Der Al-Kaida-Führer war Anfang Mai in seinem Unterschlupf im pakistanischen Abbottabad von einer US-Spezialeinheit erschossen worden. Von einem US-Flugzeugträger aus wurde seine Leiche im Meer bestattet. US-Präsident Barack Obama hatte sich gegen die Veröffentlichung von Aufnahmen des Toten entschieden. Nur wenige hochrangige Kongressmitglieder hatten Fotos als Beweis für den Tod Bin Ladens gesehen.

Warren taucht nach eigenen Angaben seit 35 Jahren in aller Welt nach versunkenen Schiffen und Schätzen. Er habe bereits drei Investoren für die teure Suche nach Bin Ladens Leiche gefunden. Warren schätzt die Kosten für die Anmietung eines Suchschiffs und die Hightech-Geräte auf rund 400.000 Dollar. In einem Monat will er von Indien aus mit einem Kamerateam an Bord in See stechen. Ein Sonargerät, das hinter dem Schiff hergezogen wird, könnte noch in 3000 Meter Tiefe kleinste Objekte aufspüren, sagt Warren.

Falls der 59-Jährige fündig wird, will er die Leiche fotografieren und eine DNA-Probe entnehmen. Dies sei Stoff für einen "wunderbaren Dokumentarfilm", den er TV-Sendern verkaufen wollte. "Ich weiß nicht, was wir mit dem Leichnam machen würden", räumt Warren ein. Das Ganze sei eine "sehr heikle" Angelegenheit.

Quelle: ntv.de, dpa