Panorama

Schleppende Hilfe für Bebenopfer Tausende übernachten im Freien

China_Earthquake_GAX802.jpg7795137285183216092.jpg

Rettungskräfte graben mit bloßen Händen.

(Foto: AP)

Noch immer ist die Lage im chinesischen Erdbebengebiet chaotisch. Es fehlt dringend an medizinischer Hilfe und Medikamenten für die Verletzten.

China_Earthquake_XIN808.jpg3243421212233192676.jpg

Große Teile des Bezirks Yushu wurden verwüstet.

(Foto: AP)

Nach dem verheerenden Erdbeben mit mehr als 600 Toten im tibetischen Hochland in Nordwestchina sind die Bergungsarbeiten angelaufen. Etwa 10.000 Menschen wurden verletzt. Zehntausende Obdachlose mussten bei eisigen Temperaturen die Nacht im Freien verbringen. Die Erdstöße mit einer Stärke von mindestens 6,9 hatten die Stadt Jiegu, den Verwaltungssitz der tibetischen Präfektur Yushu, im Süden der Provinz Qinghai fast dem Erdboden gleichgemacht.

Einige tausend Rettungskräfte und medizinisches Personal aus den Nachbarprovinzen sind mobilisiert worden, doch konnte die Hilfe für das entlegene Erdbebengebiet nur langsam anlaufen. Vizeministerpräsident Hui Liangyu traf im Erdbebengebiet ein, um die Rettungsarbeiten zu koordinieren, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet. Bergungstrupps mit Suchhunden versuchen, in den Trümmern Verschüttete zu finden. Die Retter müssen oftmals mit bloßen Händen arbeiten, da schweres Gerät in dem abgelegenen Gebiet kaum vorhanden ist.

Es fehlt dringend an medizinischer Hilfe und Medikamenten für die Verletzten. Das Militär organisierte Transportmaschinen, um Hilfsgüter nach Yushu zu bringen. Tausende Zelte sowie zehntausende wattierte Decken und Mäntel wurden für die Erdbebenopfer bereitgestellt. Nach Angaben des Staatsfernsehens starben mindestens 617 Menschen.

Immer wieder Beben

China_Earthquake_XHG801.jpg3246775411743125648.jpg

Feuerwehrleute tragen ein Kind aus den Trümmern eines Gebäudes.

(Foto: AP)

In dem autonomen Bezirk Yushu leben rund 80.000 Menschen, vor allem tibetische und mongolische Bauern und Nomaden. Die bergige Region in etwa 4000 Metern Höhe wird immer wieder von Erdbeben erschüttert.

Qinghai grenzt an die Provinz Sichuan, wo im Mai 2008 bei einem verheerenden Erdbeben der Stärke 8,0 mindestens 87.000 Menschen getötet oder als vermisst gemeldet wurden. Auch diesmal stürzten Schulen ein. Wie viele Kinder ums Leben kamen, ist unklar. "Viele Studenten sind in den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes einer Berufsschule begraben", sagte ein Funktionär laut Xinhua. Ein Grundschullehrer sagte: "Die Gebäude unserer Schule stürzten alle ein." Das Beben sei vor Beginn des Unterrichts passiert. "Einige Schüler rannten aus den Schlafsälen, und jene, die nicht rechtzeitig flüchten konnten, wurden begraben."

Quelle: n-tv.de, AFP/dpa/rts

Mehr zum Thema