Panorama

Warten auf die Papst-Entscheidung Tebartz kommt nicht zur Bischofskonferenz

3hbq0233.jpg7219086830709978939.jpg

Tebartz-van Elsts Platz im St.-Paulus-Dom in Münster bleib leer.

(Foto: dpa)

Vier Tage lang treffen sich die katholischen Bischöfe in Münster. Dann wird wohl auch über den Fall Tebartz-van Elst gesprochen. Allerdings in Abwesenheit des umstrittenen Limburger Kollegen, denn der bleibt der Runde fern.

Der Papst wird nach Einschätzung des Freiburger Erzbischofs Robert Zollitsch frühestens in der kommenden Woche über die Zukunft des beurlaubten Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst entscheiden. In den nächsten Tagen seien alle zuständigen Würdenträger im Vatikan in Exerzitien, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz in Münster. "Wir hoffen, dass eine Entscheidung (des Papstes) nicht zu lange auf sich warten lässt im Interesse aller Beteiligten", fügte er zum Auftakt der Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenz hinzu.

Der Papst hatte Tebartz-van Elst im Oktober eine Auszeit außerhalb des Bistums verordnet. Seitdem war er kaum noch in der Öffentlichkeit zu sehen. Am Sonntag hatte Tebartz-van Elst zwar auf der Gästeliste zur Verabschiedung des Kölner Kardinals Joachim Meister gestanden. Allerdings erschien er nicht in Köln. Tebartz-van Elst wird die Verantwortung für die ausufernden Kosten beim Bau des Limburger Bischofssitzes zugeschrieben. Ein Bericht zu den Baukosten liegt Zollitsch, und dem Vatikan vor, ist aber noch unveröffentlicht.

Bis zuletzt war unklar, ob der umstrittene Limburger Kirchenmann sein Recht wahrnehmen und an der Tagung der Bischöfe teilnehmen würde. Angemeldet war Tebartz-van Elst jedoch nicht. Das Bistum Limburg wird bei der Vollversammlung nun durch Weihbischof Thomas Löhr vertreten. Löhr sei vollwertiges Mitglied der Vollversammlung und besitze auch das Stimmrecht, sagte Bistumssprecher Stephan Schnelle. Mit einem Mandat des Vatikans vertritt seit Monaten Generalvikar Wolfgang Rösch Tebartz-van Elst in der Bischofskonferenz. Rösch ist jedoch kein Mitglied der Vollversammlung.

Lange Themenliste

Auf der viertägigen Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe und Weihbischöfe dürfte es auch um Tebartz-van Elsts ungeklärte Zukunft gehen. Außerdem steht die Wahl eines neuen Vorsitzenden an. Der 75-jährige Zollitsch gibt das Amt nach sechs Jahren aus Altersgründen ab. Dem Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode und Erzbischof Ludwig Schick aus Bamberg werden die besten Chancen zugeschrieben, ihn zu beerben.

Vor der mit Spannung erwarteten Wahl diskutieren die Bischöfe über grundsätzliche Fragen. Dabei dürfte es auch um die Fortsetzung des Dialogprozesses mit der Kirchenbasis oder den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen gehen. Auch die Ergebnisse der jüngsten, vom Papst angestoßenen Umfrage sind Thema, nach der viele Katholiken mit der konservativen Sexualmoral ihrer Kirche nichts anfangen können.
Nach Einschätzung des Münsteraner Bischofs Felix Genn muss in die Kirche vor allem verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen. Nach den Skandalen um sexuellen Missbrauch und Diskussionen um die Kirchenfinanzierung sei dies vorrangiges Ziel. Die kritische Initiative "Wir sind Kirche" forderte die Bischöfe auf, im Geiste von Papst Franziskus Reformen umzusetzen.

Zollitsch äußerte sich skeptisch zu einem möglichen Umzug der Bischofskonferenz von Bonn nach Berlin. "Es wird in dieser Frage keinen Schnellschuss geben", versicherte er. Es gebe in der Frage einiges zu Bedenken. "Es ist nach meiner Erfahrung gar nicht schlecht, das Sekretariat in Bonn und eine politische Vertretung in Berlin zu haben", fügte er hinzu. Vor kurzem hatte Augsburgs Bischof Konrad Zdarsa in der "Lausitzer Rundschau" den kompletten Umzug in die Hauptstadt vorgeschlagen, unter anderem, um den Apparat zu verschlanken.

Quelle: n-tv.de, sba/dpa

Mehr zum Thema