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In australischem Schullabor Teenager produzieren Super-Medikament

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Die jungen Leute tüftelten in ihrem Schullabor.

imago/AFLO

Wenn ein Medikament Leben retten kann, sollte es erschwinglich sein. Wenn es das nicht mehr ist, muss man sich was einfallen lassen. So dachten australische Elftklässler, und gesagt, getan.

Australische Schüler haben in ihrem High-School-Labor geschafft, ein lebensrettendes Medikament zu einem sensationell niedrigen Preis herzustellen. Es handelt sich um den Wirkstoff Daraprim, dessen Preis der ehemalige Hedgefonds- und Pharmamanager Martin Shkreli in den USA von 13,50 Dollar auf 750 Dollar pro Pille verteuert hatte. Damit wurde Shkreli über Nacht zu einer der meistgehassten Personen Amerikas.

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Um zu verhindern, dass das Medikament, das zur Behandlung von Malaria und Toxoplasmose-Infektionen bei HIV-infizierten Menschen dient, nur noch reichen Patienten zur Verfügung steht, machten sich die Australier an die Arbeit. Die Schüler erhielten dabei Unterstützung von der Universität von Sydney und von einem weltweit agierenden Malaria-Forschungsverbund, berichtet der britische "Guardian".

Alice Williamson, die an der Universität Sydney Chemie lehrt, sagte der Zeitung, sie habe diese Geschichte einfach nicht mehr aus dem Kopf bekommen. "Es schien mir so unfair, zumal der Wirkstoff billig herzustellen ist und auch lange billig verkauft wurde." Sie kam auf die Idee, Schüler Daraprim herstellen zu lassen, um zu zeigen, wie "lächerlich dieser Preisanstieg ist und dass er durch nicht gerechtfertigt ist".

Weltweite Zusammenarbeit

Die Schule sorgte für die Ausrüstung und die nötigen Chemikalien, eine Gruppe von chemie-talentierten Elftklässlern machte sich an die Arbeit. Alle Ergebnisse wurden im Internet veröffentlicht, so dass Wissenschaftler auf der ganzen Welt die Daten einsehen und mit Rat weiterhelfen konnten. Zwischendurch habe sich das Projekt ein bisschen wie "Breaking Bad" angefühlt, erzählte einer der begleitenden Wissenschaftler der BBC.

Vor zwei Wochen gelang den Schülern dann schließlich der Durchbruch. Sie hatten extrem reines Daraprim hergestellt, wie die Universitätsanalyse einer Probe aus dem Chemieraum ergab. Die Kosten dafür beliefen sich auf 20 US-Dollar. Leider ändert die Arbeit der 17-Jährigen nichts daran, dass Shkreli in den USA das Medikament weiter zu horrenden Preisen verkaufen kann. Er hat das exklusive Verkaufsrecht, auch wenn das Patent bereits ausgelaufen ist.

Quelle: n-tv.de, sba

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