Panorama

Corona-Infektionszahlen steigen Tod russischer Ärztinnen wirft Fragen auf

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Mehr als 155.000 Menschen wurden in Russland bereits mit dem Coronavirus infiziert.

(Foto: picture alliance/dpa)

Russland bekommt die Zahl der Neuinfektionen nicht in den Griff. Noch immer stecken sich dort mehr als 10.000 Menschen täglich mit dem Coronavirus an. Unterdessen wirft der mysteriöse Tod von zwei Ärztinnen Fragen auf.

In Russland sind in den vergangenen 24 Stunden 10.102 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Am Tag zuvor seien noch 10.581 neue Ansteckungen bestätigt worden, teilte das Corona-Krisenzentrum mit. Damit sei bei insgesamt 155.370 Menschen im ganzen Land das Virus nachgewiesen worden. 95 weitere Menschen seien im Zusammenhang mit einer Infektion gestorben, die Gesamtzahl der Todesopfer liege damit bei 1451. Russland ist zurzeit das Land mit den meisten täglichen Neuinfektionen in Europa.

In den vergangenen Wochen wurden die Corona-Tests in Russland deutlich ausgeweitet. Experten zufolge sind deshalb deutlich mehr Fälle nachgewiesen worden. Präsident Wladimir Putin bezeichnete die Situation zuletzt als "sehr schwierig". Trotz der stetigen Zunahme der Infektionszahlen stellte der Kreml eine mögliche schrittweise Lockerung der Ausgangsbeschränkungen ab dem 12. Mai in Aussicht. Dies werde aber je nach Region unterschiedlich gehandhabt.

Zwei Medizinerinnen nach Fenstersturz tot

Unterdessen sorgen die Fälle von drei Ärzten in Russland für Schlagzeilen. Die Mediziner waren in den vergangenen Tagen auf rätselhafte Weise aus Fenstern gestürzt, was Fragen zu den Arbeitsbedingungen des medizinischen Personals in der Corona-Krise aufwirft. Wie der Sender CNN berichtet, befindet sich der Notarzt Alexander Schulepow derzeit in kritischem Zustand. Der Mediziner war am Samstag aus dem zweiten Stock eines Krankenhauses in der Region Woronesch gefallen. Shulepov war am 22. April in die Klinik eingewiesen worden, nachdem ein Corona-Test positiv war. Am selben Tag hatte er sich in einem Video beschwert, dass er trotz Infektion zur Arbeit gezwungen werde. Gleichzeitig kritisierte er den Mangel an Schutzmasken.

Einen Tag zuvor starb Elena Nepomnjaschaja, Chefärztin eines Krankenhauses in der sibirischen Stadt Krasnojarsk, nachdem sie eine Woche auf der Intensivstation lag. Laut Informationen des lokalen Fernsehsenders TVK Krasnojarsk fiel die Medizinerin nach einer Telefonkonferenz mit dem Leiter des regionalen Gesundheitsministeriums aus einem Büro im fünften Stock. Bei dem Gespräch sei über die Aufnahme von Corona-Patienten diskutiert worden, so der Sender. Nepomnjaschaja soll die Forderung abgelehnt habe, da nicht genügend Schutzausrüstung zur Verfügung stehen würde.

Bereits am 24. April verstarb die Ärztin Natalja Lebedewa in Moskau nach einem Sturz aus dem sechsten Stock eines Krankenhauses. Die Leiterin einer Notaufnahme in der Stadt Swjosdny Gorodok, wo sich das Ausbildungszentrum der russischen Kosmonauten befindet, soll ebenfalls mit dem Coronavirus infiziert gewesen sein. Das Krankenhaus sprach in einer Erklärung von einem "tragischen Unfall". Die Tageszeitung "Moskowski Komsomolez" spekulierte, dass Lebedewa Selbstmord begangen habe. Zuvor sei sie beschuldigt worden, Kollegen mit dem Coronavirus angesteckt zu haben.

Quelle: ntv.de, jpe/rts/AFP

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