Panorama

Seltenes Wetterphänomen Tornado fegt durch London

Am Donnerstag gab es in London ein seltenes Wetterphänomen: Der Nordwesten der britischen Hauptstadt wurde von einem kleinen Tornado heimgesucht. Mindestens sechs Menschen wurden dabei verletzt.

Der Wirbelsturm hinterließ im Bezirk Kensal Rise eine Spur der Verwüstung. Nach Behördenangaben riss der Tornado Dächer von einigen Häusern, beschädigte Fahrzeuge und entwurzelte Bäume. Möbel, Ziegel und Fliesen flogen durch die Straßen. "Viele Menschen waren erschüttert, weil im Zentrum von London solche Dinge normalerweise nicht passieren", sagte Anwohner James Miles dem Fernsehsender "Sky News". Er habe gerade mit einem Freund geredet, als sich der Tornado mit Blitz und Donner ankündigte.

Mindestens sechs Menschen seien durch umherfliegende Dachziegeln und Mülltonnen verletzt worden, ein Mann habe Kopfverletzungen erlitten und musste ins Krankenhaus gebracht werden, berichtet die BBC. Vier Krankenwagen waren im Einsatz, die Feuerwehr war mit elf Mannschaften vor Ort.

Nach Angaben des britischen Wetterdienstes war der Herbst in diesem Jahr der wärmste in Großbritannien seit 1659. Die Durchschnittstemperatur lag bei 13,2 Grad. Britische Zeitungen veröffentlichen Fotos von blühenden Gärten und Parks.

Kein Winter in Sicht

In weiten Teilen Europas lässt der Winter unterdessen auf sich warten. Der Dezember ist bislang für die Jahreszeit vielerorts zu warm - auch in Deutschland. In Österreich gibt es Temperaturen um 10 bis 12 Grad. Auf der Mittelmeerinsel Zypern zeigt das Thermometer um die Mittagszeit sogar 22 bis 24 Grad. "Hitzewelle" auch in Italien: In Rom wurden um die 20 Grad gemessen.

Auch der strenge russische Winter lässt noch auf sich warten. In der Hauptstadt Moskau wurde in der Nacht zu Donnerstag mit 7,5 Grad Celsius ein Temperaturrekord aufgestellt. Der alte Rekord datierte vom 7. Dezember 1898 mit 6,6 Grad über null. Das Moskauer Wetter sei für die Jahreszeit sieben bis neun Grad zu warm, teilte der russische Wetterdienst mit. Im zentralrussischen Gebiet Iwanowo konnte die Pilzsaison wieder eröffnet werden. Der Winter hat sich derweil weit nach Sibirien und in den hohen Norden zurückgezogen.

In Österreich fällt Schnee erst in Höhen um 2.000 Meter. Die meisten Skigebiete außerhalb der Gletscherregionen können den Betrieb noch nicht aufnehmen. Auch die Vorarlberger Nobel-Skiorte Lech und Zürs mussten den Saisonstart verschieben, er war für das kommende Wochenende geplant. Die Meteorologen sagen für die nächste Woche zwar niedrigere Temperaturen voraus, Schnee ist aber trotzdem noch nicht in Sicht.

Frühlingswetter auf Zypern

Seit mehr als drei Wochen herrscht in Griechenland und auf Zypern Frühlingswetter. In Athen schwanken die Temperaturen zwischen 12 und 19 Grad. Auf Zypern hat es im November nicht geregnet. In Kirchen werden Messen mit Gebeten für Regen abgehalten, weil die Wasserspeicher nur noch zur Hälfte gefüllt sind.

Auch in Litauen blieb der Winter bislang aus: Keine Spur von dem für die Jahreszeit üblichen Nachtfrost, tagsüber erreichen die Temperaturen mehr als zehn Grad. Der Dezember zeige sich ungewöhnlich warm, analysierte ein Meteorologe des staatlichen Rundfunks. Die Wetterlage sei zu vergleichen mit den Rekordjahren 1953 und 1961, schrieb eine Tageszeitung in Vilnius. Frühlingshafte Temperaturen auch in Serbien: Am Donnerstag gab es angenehme 14 bis 18 Grad. So warm sei es seit über einem Vierteljahrhundert nicht mehr gewesen, berichteten die Medien.

Quelle: ntv.de