Panorama

"Ich dachte, ich sterbe" Tornado verwüstet Kleinstadt

Binnen weniger Minuten hat ein Wirbelsturm in Nordfrankreich eine Schneise der Verwüstung durch eine Kleinstadt gezogen: Drei Menschen starben, als der Tornado in der Nacht zum Montag in Hautmont wütete und mehrere Häuser zum Einsturz brachte. Feuerwehrleute bargen eine ältere Frau sowie den stellvertretenden Bürgermeister und dessen Frau tot aus den Trümmern. Weitere neun Menschen wurden nach amtlichen Angaben verletzt, zwei von ihnen schwer.

"Man hat ein dumpfes Grollen gehört, wie ein Bombardement", berichtete ein Anwohner. "Mit einem Mal hat meine Tochter geschrien, dann ist das Fenster zerborsten, und ein Teil von unserem Dach ist davongeflogen."

Kinderbett flog durch die Luft

Der Tornado zog gegen elf Uhr abends durch den 16.000-Einwohner-Ort nahe der belgischen Grenze. "Mit einem Mal sind die Fensterscheiben in meiner Wohnung durch die Luft geflogen", berichtete Anwohner Mustapha Rbide. "Ich habe mich auf den Boden geworfen, ich dachte, ich sterbe." Eine junge Frau musste mitansehen, wie das Kinderbett mitsamt ihrer Tochter durch das Zimmer flog - dem sieben Monate alten Baby passierte zum Glück nichts.

In Hautmont selbst trugen dutzende Häuser schwere Schäden davon, mehrere wurden durch den Sturm völlig zerstört. Der Tornado riss Dächer, Mauern und Autos davon, auf den Straßen lagen entwurzelte Bäume und umgestürzte Strommasten. Die Feuerwehr ging mit Spürhunden und Räummaterial durch den Ort und suchte nach möglichen weiteren Verschütteten. Schockierte Anwohner standen im Freien und machten mit ihren Mobiltelefonen Bilder von der Zerstörung. Insgesamt zog der Sturm eine zehn Kilometer lange Spur der Verwüstung nach sich.

Häuser völlig zerstört

Eine 61-jährige Frau aus Hautmont verletzte sich die Hände an herumfliegenden Glassplittern und musste im Krankenhaus behandelt werden, bevor sie ihrer Mutter und ihrer Tante in einer städtischen Notunterkunft beistehen konnte. Die 81-jährige Tante verlor durch den Tornado ihr Haus; ihr gleichaltriger Mann wurde aus dem ersten Stock in den Garten des Nachbarn geschleudert und erlitt mehrere Knochenbrüche. "Da arbeitet man ein Leben lang, und binnen 30 Sekunden ist alles weg", sagte Andre Fouquet leise zu sich selbst. Am Montagnachmittag wollte Frankreichs Innenministerin Michle Alliot-Marie sich an den Unglücksort begeben.

Quelle: n-tv.de