Panorama

Behörden gegen Sicherungshaftbefehl Trauer und Wut in Bodenfelde

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Feuerwehrleute tragen den Sarg des ermordeten 13-Jährigen aus der Kirche.

(Foto: dapd)

In Bodenfelde nehmen Hunderte in einem Gottesdienst Abschied von dem ermordeten Tobias. Unterdessen wächst die Wut in der Bevölkerung. Obwohl der Täter mehrfach gegen seine Bewährungsauflagen verstoßen hatte, wollten die Behörden keinen Sicherungshaftbefehl ausstellen.

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Jan O. wird von Polizisten aus dem Amtsgericht in einen Transporter gebracht.

(Foto: dapd)

Hunderte Menschen haben in Bodenfelde von dem ermordeten Tobias Abschied genommen. In einem bewegenden Gottesdienst erinnerten Verwandte, Freunde und Mitschüler an den beliebten 13-Jährigen. Feuerwehrleute standen Spalier, um Tobias die letzte Ehre zu erweisen. Der Jugendliche war selbst Mitglied bei der Jugendfeuerwehr.

"Tobias ist aus der Achterbahnfahrt seines Lebens herausgerissen worden, und wir stehen fassungslos und verzweifelt an der Unglücksstelle", sagte Pfarrer Marc Trebing bei der Trauerfeier. Nach Angaben des Bürgermeisters Hartmut Koch war Tobias in dem kleinen südniedersächsischen Ort sehr beliebt.

Viele Menschen in Bodenfelde fragen sich inzwischen, ob die Verbrechen an Tobias und der 14 Jahre alten Nina, die am Freitag beerdigt worden war, nicht hätten verhindert werden können. Denn für die Polizei war der mutmaßliche Täter Jan O. kein Unbekannter. Der drogen- und alkoholsüchtige Mann hatte ein Feuer in einem Schuppen gezündet, das auf ein Mehrfamilienhaus übergriff. Außerdem verstieß der wegen einer Diebstahlserie Verurteilte wiederholt gegen seine Bewährungsauflagen. Es habe aber keine Hinweise gegeben, dass er gewalttätig werde könne, erläuterte kürzlich eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Die Behörden beschlossen jedoch, Jan O. in eine Entziehungsklinik unterzubringen. Seine Einweisung stand kurz bevor - allerdings zu spät für Nina und Tobias.

Der Bürgermeister des niedersächsischen Ortes erhebt inzwischen schwere Vorwürfe gegen die Staatsanwaltschaft. Diese habe vor den beiden Taten einen von der Polizei angefragten Sicherungshaftbefehl gegen den mutmaßlichen Täter Jan O. nicht beantragt, kritisierte Bürgermeister Hartmut Koch. Ein solcher Haftbefehl hätte das Leben der beiden Jugendlichen retten können. "Die grausamen Taten wären dann nicht passiert. Man kann Nina und Tobias nicht mehr zurückholen, aber das muss aufgearbeitet werden", forderte Koch.

Jan O. gesteht Morde

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Sechs Männer tragen am Freitag Ninas Sarg aus der Kirche in Bodenfelde.

(Foto: dapd)

Am Freitag hatte der 26-Jährige Jan O. führt sexuelles Motiv an , die beiden Teenager in einem Fichtenwäldchen getötet zu haben. Die 14-Jährige musste sterben, weil sie sich gegen seine Annäherungsversuche gewehrt hatte. Er zerrte sie dem Geständnis zufolge am 15. November zwischen die Bäume, schlug ihr auf den Kopf und stach auf sie ein. Laut einem "Focus"-Bericht, zudem sich die Polizei allerdings nicht äußern wollte, filmte der Verdächtige die Leiche des Mädchens mit seinem Handy.

Der ein Jahr jüngere Tobias wurde fünf Tage später zum Opfer. Er hatte sich zufällig in der Nähe der Leiche aufgehalten. Jan O. fühlte sich nach eigenen Angaben ertappt und brachte den Jungen um, um die erste Bluttat zu vertuschen. Dabei soll er sich dem "Focus" zufolge selbst so schwer verletzt haben, dass er Stunden später den Notarzt rief und sich wegen einer tiefen Schnittwunde in der Hand ins Krankenhaus bringen ließ.

Quelle: n-tv.de, ghö/dpa

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