Panorama

Vatikan dementiert Gerüchte Treibt Papst Franziskus den Teufel aus?

Papst Franziskus soll auf dem Petersplatz einen Exorzismus durchgeführt und einem jungen Mann den Teufel ausgetrieben haben. Der Vatikan bestreitet dies.

Exorzismus ist noch heute Bestandteil der katholischer Lehre und Liturgie. Papst Franziskus selbst soll Medienberichten zufolge bei der Pfingstmesse am vergangenen Sonntag einem jungen Mann auf diese Weise geholfen haben. Die Szene wird als Video auf YouTube gezeigt. "Die Exorzisten, die die Szene gesehen haben, haben keine Zweifel. Es handelte sich um ein Gebet zur Befreiung vom Bösen und einen wirklichen und echten Exorzismus", berichtete der Fernsehsender "TV2000" der italienischen Bischofskonferenz.

Der Vatikan dementierte die Berichte. "Der Papst hatte nicht vor, einen Exorzismus auszuführen: Er hat nur für eine kranke Person gebetet", sagte Papst-Sprecher Federico Lombardi.

Der Sender zeigt eine Szene auf dem Petersplatz, in der Franziskus wie üblich Kranke und Behinderte begrüßt. Dabei wird ein junger Mann von einem Priester vorgestellt. Der Priester spricht eindringliche Worte mit Franziskus, dessen Gesicht mit einem Schlag sehr ernst wird. Daraufhin legt er dem jungen Mann im Rollstuhl die Hände auf den Kopf und verharrt einen Moment im Gebet. Üblicherweise beschränkt sich Franziskus sonst auf das Kreuzzeichen auf der Stirn. Nach dem Handauflegen schnappt der junge Mann krampfhaft nach Luft, zuckt und fährt leicht zusammen.

Diese Reaktion und Franziskus' Gesichtsausdruck seien nach Ansicht von Exorzisten klare Anzeichen einer Teufelsaustreibung, berichteten italienische Medien. Es habe sich bei dieser Geste des Papstes um ein Befreiungsgebet gehandelt.

Exorzismus ist weit verbreitet

Der Exorzismus ist noch heute Bestandteil katholischer Lehre und Liturgie. Auch unter Papst Benedikt XVI. und seinem Vorgänger Johannes Paul II. wurden Exorzisten ausgebildet. Im Jahre 2003 wurden in Italien etwa 200 Priester als Exorzisten bestellt. Don Gabriele Amorth, eine Art Chef-Exorzist des Vatikans, hat mit Billigung Benedikts über 30.000 Fälle von Besessenheit "behandelt".

Aber auch in anderen christlichen Kirchen entstanden Deliverance Ministries (Befreiungsdienste), die sich eine ähnliche Aufgabe gestellt haben. Manche Kritiker vermuten dahinter ein Bestreben der Kirchen, die Trennung zwischen Staat und Kirche aufzuweichen. Während einer Generalaudienz auf dem Petersplatz 2005 wandte sich Benedikt XVI. an die Teilnehmer des Nationalkongresses der italienischen Exorzisten und ermutigte sie dazu, mit ihrem "Wertvollen Dienst an der Kirche fortzufahren".

Quelle: ntv.de, ppo/dpa