Panorama

Stromausfall legt halbes Land lahm Türkei spekuliert über Cyber-Angriff

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Viele Lampen, aber kein Licht: In einem Beleuchtungsgeschäft in Istanbul ist es so dunkel wie in vielen türkischen Häusern heute.

(Foto: dpa)

In der Türkei haben die meisten Städte inzwischen wieder Strom. Warum in großen Teilen des Landes das Netz den ganzen Tag zusammengebrochen war, bleibt unklar. Regierungsmitglieder vermuten einen Anschlag.

Der größte Stromausfall seit 15 Jahren hat weite Teile der Türkei lahmgelegt. In den großen Städten des Landes wie Istanbul und Ankara standen U-Bahnen und Straßenbahnen still, die Verkehrsampeln fielen aus. Auch Fabriken und Krankenhäuser waren betroffen. Am Abend erklärte die Regierung den Stromausfall für beendet. Der Grund für die Panne war zunächst nicht bekannt.

Energieminister Taner Yildiz sagte, möglicherweise habe der Ausfall eines Kraftwerks einen Domino-Effekt ausgelöst und das gesamte Stromnetz lahmgelegt. Er könne aber auch einen Cyber-Angriff nicht ausschließen. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sprach ebenfalls von einem möglichen Anschlag.

In der 15-Millionen-Metropole Istanbul wurde der öffentliche Nahverkehr lahmgelegt, Reisende saßen in U-Bahnwaggons fest. Auch in der Hauptstadt Ankara sowie in mehreren Dutzend anderen Provinzen gab es keinen Strom mehr. Insgesamt waren laut Medienberichten fast 30 Städte betroffen. In einigen Fabriken musste die Produktion eingestellt werden, in Ankara wurden Gerichtsverhandlungen unterbrochen.

Größte Panne seit 15 Jahren

Der Stromausfall begann gegen 10.30 Uhr morgens, acht Stunden später war er in vielen Landesteilen beendet. Nach etwa anderthalb Stunden meldete der türkische Netzbetreiber TEIAS, in Teilen Istanbuls und Ankaras sei die Stromversorgung wieder hergestellt worden. Erst nach und nach kehrte der Strom in allen Landesteilen wieder zurück, bis der Energieminister am Abend vollständige Entwarnung gab.

"Die Stromversorgung ist vollständig wiederhergestellt", sagte Yildiz vor türkischen Journalisten in der Slowakei, wo er sich mit Präsident Recep Tayyip Erdogan aufhielt. "Alle betroffenen Gebiete erhalten jetzt Strom", fügte der Minister hinzu. Er kündigte an, seine Auslandsreise vorzeitig zu beenden und in die Türkei zurückzukehren.

Medienberichten zufolge saßen jedoch einige Viertel Istanbuls am Abend weiter im Dunkeln. Die Online-Ausgabe der Zeitung "Hürriyet" zitierte Vertreter des Energieministeriums mit den Worten, es handele sich um die größte Panne seit 15 Jahren.

Quelle: ntv.de, mbo/AFP

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