Panorama

13-Jähriger zündet Achtjährigen an US-Gericht verhängt Rekord-Strafe

Ein Achtjähriger wird in den USA von einem 13-Jährigen an einen Baum gefesselt, mit Benzin übergossen und angesteckt. Das Kind überlebt, stirbt aber zwölf Jahre später an den Folgen schwerster Verbrennungen. Ein Gericht spricht der Familie jetzt 150 Milliarden Dollar Schadenersatz zu, von denen sie allerdings nie einen Cent bekommen wird.

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Robbie Middleton wurde nur 20 Jahre alt.

(Foto: AP)

Ein Zivilgericht in Texas hat einen Mann zu einem Rekord-Schadenersatz von 150 Milliarden Dollar (115 Milliarden Euro) verurteilt, weil er einem Jungen schwere Brandverletzungen zugefügt und damit seinen späteren Tod verursacht haben soll. Die Familie des Jungen hofft nun auf ein Strafverfahren wegen Mordes gegen den Täter.

Don Wilburn Collins soll im Juni 1998 im Alter von erst 13 Jahren den fünf Jahre jüngeren Robbie Middleton an einen Baum gefesselt, mit Benzin übergossen und dann angezündet haben. Zwei Wochen zuvor war Collins wegen des Vorwurfs der sexuellen Gewalt gegen den kleinen Nachbarsjungen festgenommen, dann aber wieder freigelassen worden. Als er Robbie im Wald alleine antraf, rächte er sich nach Angaben des Anwalts grausam: Der Achtjährige erlitt Verbrennungen an 99 Prozent seines Körpers, konnte sich aber trotz seiner schweren Verletzungen befreien und Hilfe suchen. Allerdings blieb Robbie auch nach zahlreichen Hauttransplantationen zeit seines Lebens grausam entstellt. Ende April starb er an Hautkrebs – laut Anwalt Craig Sico die Folge seiner schweren Verbrennungen.

Forderungen nur symbolisch

Die Eltern des toten Jungen erwarten nicht, etwas von dem Schadenersatz zu bekommen. Sie wollen aber mit dem Zivilurteil erreichen, dass Collins auch ein Strafprozess wegen Mordes gemacht wird. Wegen des Angriffs auf Robbie Middleton wurde er nie zur Verantwortung gezogen, unter anderem, weil er zur Tatzeit erst 13 war. Drei Jahre später wurde er dann wegen des sexuellen Angriffs auf einen anderen achtjährigen Jungen zu einer vierjährigen Haft im Jugendgefängnis verurteilt. Derzeit sitzt er wegen anderer Vergehen im Gefängnis, könnte aber nächsten September auf Bewährung freikommen.

Die Geschworenen hätten sich auf den hohen Schadenersatz geeinigt, damit die Botschaft der Familie gehört und Collins ein Strafprozess gemacht werde, sagte Anwalt Sico. Nach seinen Angaben freuen sich Robbies Eltern über das Urteil der Geschworenen. Doch bleibe die Angst, der Peiniger ihres Jungen könne ab September "wieder frei unter uns herumspazieren" und einen anderen kleinen Jungen angreifen – "sollten die Behörden ihre Arbeit nicht tun".

Quelle: ntv.de, AFP