Panorama

Massentourismus statt Sanktionen US-Kreuzfahrt-Riesen dürfen Kuba anlaufen

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"Kulturelles und soziales Austauschprogramm"? Die Carnival-Schiffe, hier die "Carnival Dream" für 3600 Passagiere, sind überall in der Kraibik präsent.

(Foto: REUTERS)

Sie sind ein Symbol des Kommerzes: Die gigantischen Kreuzfahrtschiffe der US-Reederei Carnival. Washington erteilt ihnen nun die Genehmigung, Kuba anzulaufen. Mit einer Begründung, die auf den ersten Blick überrascht.

Im Zuge der historischen Annäherung zwischen Kuba und den USA könnte der US-Kreuzfahrtriese Carnival ab kommendem Jahr die kommunistisch regierte Karibikinsel ansteuern. Das Unternehmen teilte mit, von der Regierung in Washington eine entsprechende Genehmigung erhalten zu haben. Von kubanischer Seite stehe die Genehmigung allerdings noch aus. Die einwöchigen Kuba-Kreuzfahrten vom Hafen in Miami aus sollen den Angaben zufolge im Mai 2016 beginnen.

US-Präsident Barack Obama und der kubanische Staatschef Raúl Castro hatten im Dezember eine grundlegende Neuausrichtung der Beziehungen beider Länder angekündigt. Seit Anfang des Jahres gelten eine Reihe von Handels- und Reiseerleichterungen, außerdem strichen die USA den Karibikstaat von ihrer Terrorliste. Am 20. Juli wollen beide Länder ihre seit 1961 unterbrochenen diplomatischen Beziehungen wieder aufnehmen und in den jeweiligen Hauptstädten Botschaften eröffnen.

Touristen aus den USA dürfen aber weiterhin nicht auf eigene Faust nach Kuba fahren. Bislang gelten die Reiseerleichterungen nur in bestimmten Kategorien wie Familienbesuche, Bildungsreisen und organisierte Besuche mit religiösem oder sportlichem Hintergrund. Carnival erklärte, die geplanten Kreuzfahrten würden als soziales und kulturelles Austauschprogramm anerkannt. Für eine völlige Freigabe des Tourismus müsste der US-Kongress die Aufhebung der Sanktionen gegen den nur etwa 150 Kilometer südlich von Florida gelegenen Inselstaat beschließen.

Quelle: n-tv.de, dka/AFP

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