Panorama

"Überall Feuer und Schreie" Überlebender in Pakistan schildert Absturz

Wie durch ein Wunder überleben zwei Passagiere in Pakistan einen Flugzeugabsturz. Einer der Überlebenden schildert nun, wie er die Katastrophe erlebt hat. Währenddessen wird weiter nach Verletzten am Boden und nach der Ursache des Absturzes gesucht.

Einer der zwei Überlebenden des Flugzeugabsturzes in Pakistan hat im Fernsehen über die letzten Momente des Unglücks gesprochen. "Die Menschen gerieten in Panik und begannen laut zu beten", beschrieb Muhammad Zubair die letzten Minuten vor dem Absturz dem Sender "Geo TV".

"Der Pilot hielt das Flugzeug für die nächsten zehn bis fünfzehn Minuten in der Luft und machte eine zweite Ansage zur Landung, aber das Flugzeug stürzte ab", sagte Zubair. Nach dem Absturz sei überall Feuer zu sehen gewesen. "Überall waren Schreie von Kindern, Erwachsenen und älteren Menschen zu hören."

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Saeed Ghani (2.v.r), Provinzminister von Pakistan, spricht mit Muhammed Zubair (l), Überlebender des Absturzes.

(Foto: dpa)

Zubair ist einer von zwei Überlebenden des Flugzeugabsturzes im Süden Pakistans. Er erlitt Verbrennungen, sei aber in einem stabilen Zustand, sagte ein Beamter des Gesundheitsministeriums. Bei dem Absturz wenige Kilometer vor dem Flughafen in einem Wohngebiet der Metropole Karatschi starben 97 der 99 Insassen.

Wahrscheinlich Probleme mit dem Triebwerk

Die Beschreibungen des Mannes decken sich mit anderen Angaben. Kurz vor dem Absturz habe der Pilot dem Tower technische Probleme der Maschine gemeldet, sagte PIA-Chef Arshad Malik. Funksprüche deuteten auf ein Versagen eines Triebwerks der Maschine hin. Augenzeugen berichteten lokalen Fernsehsendern, dass sie das Flugzeug um den Flughafen kreisen sahen, bevor es in dem Wohngebiet abstürzte.

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Kurz nach dem Absturz suchen Hilfskräfte und Passanten nach Überlebenden.

(Foto: dpa)

Fernsehaufnahmen zeigten ein Bild der Verwüstung. Das Militär und die Polizei sperrten das als "Model Colony" bekannte Gebiet rund zwei Kilometer entfernt von der Landebahn ab. Bewohner eilten zur Hilfe und suchten in der Verwüstung nach Überlebenden. Trümmer zerstörter Häuser und Flugzeugteile waren in den engen Straßen verteilt.

Genaue Zahl der Verletzten am Boden unklar

Verletzte wurden aus den Trümmern eingestürzter Gebäude herausgezogen, während Feuerwehrleute Brände bekämpften. Dutzende Menschen wurden laut Behörden in ein Krankenhaus in Karatschi gebracht, wo der Notstand ausgerufen wurde. Die dicht besiedelte Hafenstadt im Süden Pakistans hat rund 14 Millionen Einwohner.

*Datenschutz

Der von Pakistan International Airline (PIA) betriebene Airbus mit der Flugnummer PK8303 war auf dem Weg von der östlichen Stadt Lahore nach Karatschi. Den Angaben zufolge befanden sich an Bord der Maschine 91 Passagiere und 8 Crewmitglieder.

Pakistans Premierminister Imran Khan drückte den Opfern und Familien nach dem Absturz sein Beileid aus. "Schockiert und betrübt über den PIA-Absturz", schrieb Khan auf Twitter. Er kündigte eine umgehende Untersuchung an. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel drückte in einer Botschaft an Premier Khan den Opfern der Familien ihr Beileid aus.

Airbus-Vertreter kondoliert

Der Luftfahrtkonzern Airbus teilte mit: "Unsere Gedanken sind bei allen Betroffenen." Weiter hieß es: "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt liegen Airbus keine bestätigten Informationen über die Umstände des Unfalls vor."

Der Absturz erfolgte nur eine Woche nach der Entscheidung der pakistanischen Behörden, den Flugverkehr im Inland wieder aufzunehmen. Wegen der Corona-Pandemie sind internationale Flüge in das südasiatische Land noch bis Ende des Monats ausgesetzt.

Quelle: ntv.de, jaz/dpa