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Nur zum Angeben im Regal Umfrage entlarvt ungelesene Bücher

Wer in die Wohnung eines Fremden kommt und auf volle Bücherregale blickt, zieht meist schnelle Schlüsse. Hier lebt ein belesener und kluger Mensch. Vielleicht ist es aber auch nur einer, der genau das gern wäre. Denn viele der berühmtesten Bücher werden gar nicht gelesen, zeigt eine Umfrage.

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Nicht jedes Buch wird auch ausgelesen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Eine neue Umfrage zeigt die Top 10 der Bücher, von denen die Leute behaupten, sie hätten sie gelesen, obwohl sie nicht über Seite 17 hinausgekommen sind. Das Ergebnis ist eine illustre Sammlung von Weltliteratur - ungelesener wohlgemerkt.

Die im britischen "Guardian" veröffentlichte Umfrage unter 2000 Befragten belegt, dass die meisten Menschen klassische Literatur vor allem deshalb besitzen, um intelligenter zu erscheinen. Mehr als die Hälfte der Befragten hatte ungelesene Bücher im Regal. Drei Prozent haben schon einmal ein Bildungsbürger-Buchcover über ein Buch gemacht, bei dessen Lektüre sie in der Öffentlichkeit nicht gesehen werden wollten.

Die Bücher, bei denen am ehesten gelogen wird, sind Titel, die verfilmt worden sind, die schon in der Schule Pflichtlektüre waren oder über die im Feuilleton viel geschrieben und anschließend noch mehr gesprochen wird. Auf Platz zehn liegt "Jane Eyre" von Charlotte Bronte, an dem fünf Prozent der Befragten scheiterten.

Platz neun belegt "Stolz und Vorurteil" von Jane Austen, hier kamen acht Prozent nicht weiter. Genauso viele klappten Fjodor Michailowitsch Dostojewskis "Schuld und Sühne" lange vor der letzten Seite wieder zu. "Wer die Nachtigall stört", mag ein toller Film sein, das Buch von Harper Lee schafft es jedoch auf Platz sieben der Liste. Zehn Prozent der Befragten haben es nicht zu Ende gelesen, dicht gefolgt von elf Prozent, bei denen JRR Tolkiens "Herr der Ringe" ungelesen verstaubt.

Spannende Spitzengruppe

E.M. Forsters "Auf der Suche nach Indien" ist sicher ein hochintellektuelles Buch, belegt in der Umfrage jedoch Platz fünf, weil zwölf Prozent es nicht wirklich lesen konnten. Viel diskutiert und dabei auch immer wieder hoch gelobt ist J.D Salingers "Fänger im Roggen". Salinger schafft es auf Platz vier mit 15 Prozent Leseabbrechern.

Die Spitzenplätze machen die Giganten der Weltliteratur untereinander aus. Auf Platz drei: "Große Erwartungen" von Charles Dickens, 18 Prozent haben dieses Buch nie zu Ende gelesen. Dabei ist es noch nicht einmal besonders dick, was man von Platz zwei nicht sagen kann: Leo Tolstois "Krieg und Frieden", diesen Wälzer schaffen 19 Prozent der Befragten nicht. Platz eins belegt unangefochten ein Buch, über das zwar viele sprechen, das aber 26 Prozent der Besitzer nicht wirklich gelesen haben: George Orwell mit "1984".

Quelle: n-tv.de, sba

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