Panorama

Für rund 360.000 Euro Ungarn verkauft EU-Visa an reiche Chinesen

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Speziell für zahlungswillige "Kunden" aus Asien zugeschnitten: Das Online-Angebot immigration-hungary.com

(Foto: bdk)

Der ungarische Staat macht lukrative Geschäfte mit EU-Aufenthaltstiteln für reiche Ausländer. Mit einem speziell für Chinesen und Vietnamesen zugeschnittenen Angebot wird Interessenten erklärt, wie sie gegen eine Investition von 300.000 Euro eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis für das EU-Land Ungarn bekommen können. Das berichtet der "Spiegel".

Auf einer Internetseite, die der Staat betreibt, wird Interessenten auf Chinesisch bzw. Vietnamesisch beschrieben, wie sie an das Schengen-Visum gelangen können. Bewerber müssen 300.000 Euro in ungarische Staatsanleihen investieren und eine Gebühr in Höhe von 60.000 Euro zahlen. Das Programm wirbt auch ausdrücklich damit, eine Eintrittskarte für den deutschen Arbeitsmarkt zu sein.

Gegenüber dem "Spiegel" widerspricht ein Sprecher des Bundesinnenministeriums allerdings dieser Darstellung: "Drittstaatsangehörige, also auch Chinesen, dürfen sich mit einem nationalen Aufenthaltstitel lediglich höchstens 90 Tage innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen im Hoheitsgebiet der anderen Mitgliedstaaten aufhalten", sagte dieser. Mit dem Unionsrecht völlig unvereinbar sei es, wenn ein Mitgliedstaat mit der Möglichkeit eines längeren Aufenthalts in einem anderen EU-Land werbe,  so der Sprecher.

Quelle: ntv.de, bdk