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Die Kommunistische Partei Chinas betrachtet religiöse Bewegungen als Bedrohung ihrer Macht.
Die Kommunistische Partei Chinas betrachtet religiöse Bewegungen als Bedrohung ihrer Macht.(Foto: REUTERS)
Montag, 02. Februar 2015

Härte gegen religiöse Bewegung: Vater und Tochter in China hingerichtet

Wer nicht daran glaubt, dass Christus eines Tages als chinesische Frau auf die Erde zurückkehrt, kann mächtigen Ärger mit der "Kirche des Allmächtigen Gottes" bekommen. Deren Mitglieder schrecken auch nicht vor Totschlag zurück.

Zwei Mitglieder der religiösen Bewegung "Kirche des Allmächtigen Gottes" in China sind hingerichtet worden, weil sie eine Frau in einer McDonald's-Filiale totgeprügelt haben. Vater und Tochter seien am Montag exekutiert worden, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Die beiden waren von einem Gericht in der ostchinesischen Provinz Shandong zum Tode verurteilt worden. Drei weitere Angeklagte, die ebenfalls der Religionsgruppe Quannengshen angehören, erhielten Haftstrafen zwischen sieben Jahren und lebenslang.

Die Gruppe hatte im Mai brutal auf eine Frau eingeschlagen, weil sie sich weigerte, ihre Handynummer zu überlassen. Medienberichten zufolge sollte sie als Mitglied angeworben werden.

Die "Kirche des Allmächtigen Gottes" verbindet Elemente der christlichen Lehre mit dem Glauben, dass Christus eines Tages als chinesische Frau auf die Erde zurückkehrt. Die Bewegung wurde von der chinesischen Regierung in den 90er Jahren verboten.

Die regierende Kommunistische Partei greift mit äußerster Härte gegen religiöse Bewegungen durch, die sie als Bedrohung ihrer Macht ansieht. Bekanntestes Opfer ist die Falungong-Bewegung, die nach eigenen Angaben allein in China Millionen Anhänger hat. Die vom Buddhismus und Hinduismus inspirierte Bewegung war 1999 nach einer friedlichen Zusammenkunft tausender ihrer Anhänger in Peking verboten worden. Seitdem wurden zehntausende Mitglieder Menschenrechtsgruppen zufolge inhaftiert und in einigen Fällen auch gefoltert, weil sie sich weigerten, ihren Glauben aufzugeben.

Quelle: n-tv.de