Panorama

Geheimnisverrat in Rom Vatikan ermittelt gegen Buchautoren

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Nachdem geheime Details an die Öffentlichkeit gelangt sind, vermutet der Vatikan viele undichte Stellen in seinen Reihen.

(Foto: dpa)

Nun ermittelt der Kirchenstaat auch gegen zwei Journalisten wegen Geheimnisverrats. Sie sollen vertrauliche Informationen veröffentlicht haben. Damit zieht der Skandal um die jüngsten Datenlecks immer weitere Kreise. Gibt es noch weitere Komplizen?

Der Vatikan hat nach dem jüngsten Datenleck Ermittlungen gegen die Autoren zweier Enthüllungsbücher eingeleitet. Den Journalisten Gianluigi Nuzzi und Emiliano Fittipaldi werde Beihilfe zum Geheimnisverrat vorgeworfen, gab Vatikan-Sprecher Federico Lombardi bekannt. Es werde auch nach möglichen weiteren Komplizen innerhalb des Kirchenstaats gesucht.

Nuzzi und Fittipaldi hatten in der vergangenen Woche Bücher über das Finanzgebaren im Kirchenstaat veröffentlicht. Darin zitieren sie aus vertraulichen Dokumenten und werfen dem Vatikan unter anderem vor, mit Spendengeldern für kranke Kinder den luxuriösen Lebensstil einiger Kardinäle zu finanzieren.

Anfang November waren in der Affäre bereits der spanische Priester Lucio Ángel Vallejo Balda und die frühere Papst-Vertraute Francesca Chaouqui festgenommen worden. Ihnen wird die Weitergabe vertraulicher Informationen zur Last gelegt. Vallejo Balda, ein Mitglied des erzkonservativen katholischen Bunds Opus Dei, war Sekretär der Kommission für die Überprüfung der Wirtschafts- und Verwaltungsstrukturen (Cosea). Auch die PR-Expertin Chaouqui gehörte dem Gremium an. Auch sie war festgenommen worden, später aber wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Der Papst bezeichnete die Veröffentlichung der Dokumente als "Fehler" und "bedauernswerten Akt", der nicht weiterhelfe. Er kündigte an, seine Reformen ungeachtet des Geheimnisverrats fortzusetzen. Nuzzi spielte bereits in der sogenannten Vatileaks-Affäre aus der Zeit von Franziskus' Vorgänger Benedikt XVI. eine prominente Rolle. Auch damals waren in größerem Stil geheime Papiere aus dem Vatikan geschmuggelt und publiziert worden.

Quelle: ntv.de, kpi/AFP