Panorama

Feuer nach Zwangsversteigerung Verzweifelte Mutter schreibt auf Facebook

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Die Spurensuche ist noch nicht beendet.

(Foto: dpa)

Eine niedersächsische Familie ist wegen Überschuldung so verzweifelt, dass sie ihr Haus in Flammen setzt und darin ums Leben kommt. Zuvor schreibt die Mutter über ihre Ratlosigkeit.

Nach der Familientragödie mit drei Toten im niedersächsischen Wiefelstede haben Brand-Experten die Ursache des Feuers noch immer nicht ermittelt. Bei dem Brand in der Nacht zum Donnerstag waren ein 42 Jahre alter Mann, seine 46-jährige Frau und ihre 6 Jahre alte Tochter ums Leben gekommen. Die Polizei geht davon aus, dass die Familie aus Verzweiflung über ihre ausweglos erscheinende finanzielle Lage das Haus angezündet hatte. Erst am Mittwoch war die Immobilie zwangsversteigert worden.

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Die Familie hatte einen Abschiedsbrief hinterlassen.

(Foto: dpa)

Die Frau hatte vor ihrem Tod noch einen Eintrag bei Facebook hinterlassen. Darin beschuldigt sie ihre Bank, sie falsch beraten zu haben. Weiter heißt es über die Zwangsversteigerung: "Wer am meisten darunter leidet, ist unsere 6-jährige Tochter. Da wir so viel - neben Eigenleistung - auch Liebe ins Haus gesteckt haben, wissen wir keine Lösung mehr ..." In den Berichten war von 40.000 Euro Schulden die Rede.

Das Ehepaar hatte sich verschuldet, nachdem der Bauträger, ein Freund der Familie, insolvent wurde. Die Familie soll nur behelfsmäßig in dem Haus gewohnt haben, das innen und außen noch nicht komplett ausgebaut war.

Nach Informationen des NDR hatten die Eltern vor dem Feuer offenbar Familienfotos, wichtige Dokumente und einen Abschiedsbrief in ihrem Auto vor dem Haus deponiert.

Leichen eindeutig identifiziert

Wie und von wem das Haus in Brand gesetzt wurde, ist noch immer unklar. Es müsse eine Explosion oder eine starke Verpuffung gegeben haben, sagte der Polizeisprecher. Mit Ergebnissen der Untersuchung sei nicht vor nächster Woche zu rechnen.

Die Obduktion der Leichen soll aber eindeutig ergeben haben, dass es sich um die Hausbesitzerfamilie handelt. Beim Ausbruch des Feuers hätten die beiden Erwachsenen und das Kind noch gelebt, so die Polizei. Sie seien durch das Einatmen von Rauchgasen gestorben. Die Toten seien in ihren Betten liegend aufgefunden worden.

Schuldnerberatung kann helfen

Wenn Menschen immer weiter in die Schulden rutschten, sollten sie sich frühzeitig Hilfe suchen, riet der Schuldnerberater des Paritätischen Wohlfahrtsverbands in Oldenburg, Norbert Adolf. Es gebe verschiedene Möglichkeiten, die Zwangsversteigerung eines Hauses zu vermeiden, sagte. Im Zweifelsfall sei es besser, eine Immobilie rechtzeitig zu verkaufen. "Wir machen keine Versprechungen, wir versuchen, durch eine realistische Darstellung von Sanierungsmöglichkeiten eine Perspektive zu geben und dadurch eine Beruhigung reinzukriegen."

Quelle: ntv.de, ppo/dpa