Feuer in GefängnisViele Häftlinge sterben

Der Leiter der Strafvollzugsbehörde in Honduras, Orellana, ist entsetzt. Ein einem Gefängnis wütet ein Feuer, Dutzende Menschen sterben. "Die Lage ist ernst", so Orellana. "Wir holen Leichen heraus, und wir haben bereits 200." Von den etwa 820 Insassen werden rund 500 in Gewahrsam gebracht, Dutzende fliehen.
Die Zahl der Toten bei dem Gefängnisbrand in Honduras könnte nach Angaben des nationalen Menschenrechtsbeauftragten Ramón Custodio auf 356 steigen. Custodio sagte dem Radiosender "HRN", seine Vermutung basiere auf den Angaben der Polizei über die Gesamtzahl der Häftlinge und derer, die überlebt haben.
"In den Zellen liegen mehr als 100 verkohlte Leichen", sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Es habe Berichte über eine Schießerei in dem Gefängnis der Stadt Comayagua am Dienstagabend gegeben. Möglicherweise sei das Feuer dabei ausgebrochen.
Der Leiter der Strafvollzugsbehörde des mittelamerikanischen Landes, Danilo Orellana, schloss dagegen eine Meuterei aus: "Es handelt sich nicht um einen Aufstand", versicherte Orellana. Dutzende weitere Menschen seien durch das Feuer in der Haftanstalt in Comayagua verletzt worden. "Wir holen Leichen heraus, und wir haben bereits 200", sagte Orellana. "Die Lage ist ernst." Die meisten der Opfer seien erstickt. Seinen Angaben zufolge brach das Feuer am Dienstagabend gegen 22.50 Uhr Ortszeit aus. Als mögliche Ursachen nannte der Behördenchef Brandstiftung durch einen Insassen oder einen Kurzschluss.
Nach Angaben von Polizeisprecher Héctor Iván Mejía befanden sich zum Zeitpunkt des Unglücks rund 820 Insassen in dem Gefängnis in Comayagua, rund 100 Kilometer nordwestlich von der Hauptstadt Tegucigalpa. Rund 500 von ihnen konnten nach seinen Angaben vor den Flammen in Gewahrsam gebracht werden. Dutzende Menschen seien verletzt in Krankenhäuser eingeliefert worden, der Rest sei aus dem Gefängnis geflohen. Comayagua liegt rund 75 Kilometer nördlich von Tegucigalpa, der Hauptstadt des mittelamerikanischen Landes.
Strafanstalten in Lateinamerika sind häufig überbelegt. Vor allem in den bitterarmen mittelamerikanischen Staaten wie Honduras gibt es in den Gefängnissen Probleme mit Gewalt zwischen verfeindeten Banden und Drogenhandel.