Panorama

Vier Jahre nach L'Aquila-Beben Vier Techniker verurteilt

34770388.jpg

Das Erdbeben von L'Aquila legte Teile der Stadt in Trümmer.

(Foto: picture alliance / dpa)

Im Zusammenhang mit dem Erdbeben in den Abruzzen 2009 gibt es weitere Verurteilungen. Vier Arbeiter sollen bei einer Renovierung in dem Erdbebengebiet geschlampt haben und für acht Tode verantwortlich sein. Am Tag des Urteils bebt die Erde erneut.

Knapp vier Jahre nach dem verheerenden Erdbeben von L'Aquila hat ein Gericht vier Angeklagte wegen fahrlässiger Tötung zu jeweils mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Techniker sind nach Überzeugung des Gerichts für den Tod von acht Studenten verantwortlich; ihre Fehler bei Restaurierungsarbeiten mehrere Jahre zuvor hätten zum Einsturz eines Wohnheims geführt. Insgesamt starben bei der Katastrophe am 6. April 2009 damals mehr als 300 Menschen, weite Teile der Stadt wurden zerstört. L'Aquila liegt in einer Erdbebenregion.

Drei Angeklagte wurden in erster Instanz zu Haftstrafen von jeweils vier Jahren verurteilt, einer muss zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. Die Anwälte der Verurteilten hatten schon zuvor für den Fall eines Schuldspruchs angekündigt, gegen die Urteile vorgehen zu wollen. Vier weitere Angeklagte wurden aus Mangel an Beweisen freigesprochen - zwei weitere weil das Gericht sich für nicht zuständig erklärte.

Im vergangenen Jahr waren sieben Erdbeben-Experten in L'Aquila wegen ungenügender Warnung vor Erdstößen ebenfalls zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Diese Urteilssprüche hatten in der Fachwelt Empörung und Unverständnis ausgelöst.

Am Abend erschütterte ein neues Beben der Stärke 4,8 die Region und löste Panik bei den Bewohnern aus. Das Epizentrum lag in Frosinone zwischen Rom und Neapel. Bis in die Hauptstadt waren die Erschütterungen zu spüren. Eine Frau starb, vermutlich an einem Herzinfarkt. Einige Häuser wurden leicht beschädigt.

Quelle: ntv.de, che/dpa