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Mit Siris Hilfe Notruf gewählt Vierjähriger rettet das Leben seiner Mutter

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Die Polizei empfiehlt, die eigenen Kinder auf Notfallsituationen vorzubereiten.

(Foto: picture alliance / dpa)

Auf den ersten Blick ist es einfach eine rührende Geschichte: Weil ein kleiner Junge denkt, seine Mutter sei tot, ruft er über das Handy Hilfe. Doch das ist nicht der Grund, weshalb die Londoner Polizei einen Mitschnitt des Telefonats nun veröffentlicht.

Ein Vierjähriger aus England hat seiner Mutter wohl das Leben gerettet, weil er im richtigen Moment eigenständig per Sprachassistent Siri einen Hilferuf machen konnte. Die London Metropolitan Police hat den Notruf des Jungen nun veröffentlicht.

Laut Angaben der Polizei war die Mutter des kleinen Roman zusammengebrochen und nicht mehr ansprechbar. Der Junge reagierte in dieser Situation erstaunlich beherzt – nicht nur für einen Vierjährigen. Ihm gelang es, den Daumen der Mutter auf die Home-Taste ihres iPhones zu drücken und das Gerät so per Fingerabdruck freizuschalten. Anschließend benutzte er den Sprachassistenten Siri, um den britischen Notruf 999 zu wählen.

"Sie ist tot"

*Datenschutz

"Hallo, ich bin Roman", sagt er zu der Mitarbeiterin der Notrufzentrale. Die wiederum versucht mit ruhiger Stimme herauszufinden, was passiert ist, fragt ihn nach seiner Mutter und ob er sie an den Hörer holen könne. "Das können wir nicht", sagt der Junge traurig, "sie ist tot."

Die Frau am anderen Ende der Leitung antwortet: "Was meinst du damit, sie ist tot?" "Das bedeutet, dass sie ihre Augen geschlossen hat und nicht atmet", antwortet der Junge. Auf Nachfrage der Notrufzentrale kann er dann seine Adresse in einem südlichen Viertel Londons nennen. Am Ende versucht er noch, unter Anleitung der Mitarbeiterin seine Mutter aufzuwecken, aber: "Es hat nicht funktioniert."

Die Polizei in London gab bekannt, dass Beamte jedoch innerhalb von 13 Minuten das Haus der Familie erreichten und der bewusstlosen Frau Erste Hilfe leisten konnten. Zum genaueren Krankheitsbild wollten die Behörden keine Angaben machen, doch die Frau konnte das Krankenhaus nach dem Zwischenfall Anfang März inzwischen verlassen.

Appell an alle Eltern

Mit der Veröffentlichung der Tonaufnahme will die Polizei Eltern nun ermutigen, ihre Kinder auf Notfallsituationen vorzubereiten: Sie sollten ihnen dringend beibringen, wie sie erste Hilfe holen und ihre Adresse auswendig lernen lassen.

"Wenn Sie heute nichts anderes zu tun haben, dann würde ich alle Eltern inständig bitten, sich mit ihren Kindern hinzusetzen. Sie sollen ihren Kindern erklären, was sie in dieser Situation tun müssen und wie sie die Polizei oder andere Notrufdienste kontaktieren können", sagte Ade Adelekan, der Leiter der Metropolitan Police, in einem Statement. Der Fall des kleinen Roman zeige, "es kann wirklich den Unterschied zwischen Leben und Tod machen".

Quelle: n-tv.de, jgu

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