Panorama

Chinesische Mediziner warnen Vogelgrippe gefährlicher als SARS

Von der Vogelgrippe geht nach Einschätzung chinesischer Mediziner eine größere Gefahr aus als von der Lungenkrankheit SARS, an der weltweit 800 Menschen gestorben sind.

Die Menschen hätten gelernt, wie sie SARS unter Kontrolle bekommen können. Dies sei ihnen bei der Vogelgrippe aber noch nicht gelungen sei, sagte der SARS-Experte Zhong Nanshan in Guangzhou im Süden Chinas. Dort war 2003 die Lungenkrankheit SARS (Severe Acute Respiratory Syndrome) ausgebrochen, an der dann weltweit 8.000 Menschen erkrankten. Die Infizierten wurden damals unter Quarantäne gestellt.

An der Vogelgrippe sind seit 2003 in Asien 62 Menschen gestorben, Millionen Geflügeltiere mussten geschlachtet werden. Der Virus kann von Zugvögeln übertragen werden und ist kürzlich auch in Russland und Kasachstan aufgetreten. Ob es sich bei den Viren dort auch um den in Asien gefundenen Erregerstamm H5N1 handelt, ist allerdings noch nicht klar. Der Stamm ist auch für Menschen gefährlich und Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fürchten, dass der Virus mutieren könnte, die Krankheit so von Mensch zu Mensch übertragbar würde und eine weltweite Pandemie auslösen könnte.

"Die Vogelgrippe ist noch nicht effektiv eingedämmt worden", sagte SARS-Experte Zhong weiter. Die Gefahr, dass der Virus mutiere, sei noch nicht gebannt. "Und die Gefahr ist sehr groß." Li Baojian, Universitätsprofessor und SARS-Forscher, sagte, die Vogelgrippe stelle eine große Bedrohung für die Menschen dar und könne auch Auswirkungen auf die Wirtschaftsentwicklung und die politische Stabilität weltweit haben. "Sie ist sehr akut und sehr beängstigend."

Quelle: n-tv.de