Bis zum Jubiläumsjahr 2013Wagner-Museum wird saniert
Bis zum Wagner-Jahr 2013 soll das Bayreuther Richard-Wagner-Museum in der Villa Wahnfried grundlegend saniert und erweitert werden. Zudem wird die Dauerausstellung überarbeitet. Dann soll auch das Thema "Wagner und das 'Dritte Reich'" thematisiert werden.
Die Finanzierung des auf zwölf Millionen Euro geschätzten Projekts ist nach Angaben von Oberbürgermeister Michael Hohl weitgehend gesichert. Knapp zehn Millionen Euro wollen sich die öffentlichen Zuschussgeber und die Richard-Wagner-Stiftung demnach teilen. Weitere gut zwei Millionen Euro sollen von privaten Sponsoren eingeworben werden. Bereits am kommenden Mittwoch will der Stadtrat einen Architekten-Wettbewerb für das Projekt ausschreiben.
Nach den bisherigen Plänen soll die Villa Wahnfried in ihrer ursprünglichen Form erhalten bleiben. Dort soll künftig das Leben und Wirken Richard Wagners gezeigt werden. Der Neubau werde auf drei Stockwerken jeweils rund 600 Quadratmeter Platz für die neu gestaltete Dauerausstellung, Sonderausstellungen und Tagungen bieten, erläuterte Museumsdirektor Sven Friedrich. Darüber hinaus könne dort das Depot des Nationalarchivs der Richard-Wagner-Stiftung ebenso untergebracht werden wie ein Foyer mit einem Shop und einer gastronomischen Einrichtung.
"Ein Gesamtkulturphänomen"
Friedrich will die aus dem Jahr 1976 stammende Dauerausstellung grundlegend überarbeiten. Darin soll künftig auch die Rezeptions- und Wirkungsgeschichte des Künstlers, die Geschichte der Bayreuther Festspiele sowie das Thema "Wagner und das 'Dritte Reich'" gezeigt werden. Alle drei Themen mussten bislang aus Platzgründen ausgeklammert werden. "Richard Wagner ist bis heute ein Gesamtkulturphänomen", betonte Friedrich. Im Vergleich zu den Gedenkstätten anderer großer Komponisten wie Bach, Beethoven, Brahms Mozart oder Richard Strauss führe das Richard-Wagner-Museum ein Schattendasein.
Wagner lebte von 1874 bis zu seinem Tod 1883 in der Villa Wahnfried. Dort vollendete er 1874 mit der Partitur der "Götterdämmerung" seine Tetralogie "Der Ring des Nibelungen", die als das größte Werk der Musiktheatergeschichte gilt. Außerdem entstand dort sein Weltabschiedswerk "Parsifal". Das Wohnhaus wurde im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört und in den Jahren 1974 bis 1976 wieder aufgebaut.
Aufgrund der teilweise maroden Bausubstanz und der nicht mehr zeitgemäßen Präsentation gingen die Besucherzahlen in den vergangenen Jahren auf zuletzt 25.000 zurück. Im Jahr 2013 wird der 200. Geburtstag Wagners gefeiert und an seinen Tod am 13. Februar 1883 in Venedig erinnert.