Panorama

Weniger Morde, mehr Einbrüche Was sagt die Kriminalstatistik aus?

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Beim Ladendiebstahl steigen die Zahlen.

(Foto: dpa)

Deutschland rühmt sich, ein sicheres Land zu sein. Doch das heißt keineswegs, dass es nicht auch hierzulande Gauner und Verbrecher gibt. Die alljährliche Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt, wie sich die Zahlen im vergangenen Jahr entwickelt haben. Eine Übersicht.

Gesamtentwicklung

  • Die Zahl der registrierten Straftaten ist gegenüber 2014 um 4,1 Prozent gestiegen. 2015 waren es 6,331 Millionen Fälle, 2014 6,082 Mio. Fälle.  
  • Allerdings macht sich die Flüchtlingskrise auch hier bemerkbar, denn: Rechnet man die ausländerrechtlichen Verstöße heraus, bewegen sich die Zahlen etwa auf Vorjahresniveau. (2015: 5.928 Millionen Fälle, 2014: 5,926 Millionen Fälle).

Aufklärungsquote

  • 56,3 Prozent aller Straftaten werden aufgeklärt.
  • Besonders hoch ist die Aufklärungsquote bei Tötungsdelikten mit 94,8 Prozent.
  • Mit 14,1 Prozent ist die Quote bei Diebstahlsdelikten unter erschwerenden Umständen (z.B. Wohnungseinbruchdiebstahl, Fahrraddiebstahl, Diebstahl unbarer Zahlungsmittel) besonders niedrig.

Tatverdächtige

  • Die Zahl der Tatverdächtigen sank 2015 leicht auf 2,011 Millionen gegenüber 2,023 Millionen 2014, wohlgemerkt, wenn man die ausländerrechtlichen Verstöße herausrechnet.
  • Davon waren 507.761 weiblich (25,2 Prozent). Die Zahl der tatverdächtigen Kinder bis 14 Jahre sank um 8,1 Prozent, die von Jugendlichen bis 18 Jahre um 4,6, Prozent. Die Zahl der tatverdächtigen  Heranwachsenden bis 21 Jahre stieg leicht um 0,7 Prozent.
  • Insgesamt ging die Gewaltkriminalität Jugendlicher zurück, das gilt auch für schwere und gefährliche Körperverletzung.
  • Besonders stark stieg die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen auf insgesamt 911.864 gegenüber 617.392 im Jahr 2014. Lässt man die ausländerrechtlichen Verstöße jedoch außen vor fällt die Steigerung deutlich geringer aus: 2015: 555.820; 2014: 492.610.

Delikte mit besonders gestiegenen Zahlen

  • Straftaten gegen das Aufenthalts-, das Asylverfahrens- und das Freizügigkeitsgesetz/EU nahmen um 157,5 Prozent auf 402.741 Fälle zu (2014: 156.396 Fälle).
  • Wohnungseinbruchdiebstahl stieg um 9,9 Prozent auf 167.136 Fälle (2014: 152.123 Fälle)
  • Ladendiebstahl nahm um 7,1 Prozent auf 391.402 Fälle zu (2014: 365.373 Fälle), Taschendiebstahl um 7,0 Prozent auf 168.142 Fälle (2014: 157.069 Fälle)
  • Außerdem verzeichnete die Polizei 2,1 Prozent mehr Rauschgiftdelikte (2015: 282.604 Fälle, 2014: 276.734 Fälle).

Delikte, bei denen die Zahlen sanken

  • Sozialleistungsbetrug um 19,3 Prozent auf 17.742 Fälle (2014: 21.992 Fälle)
  • Tankbetrug um 7,8 Prozent auf 79.605 Fälle (2014: 86.358 Fälle)
  • Sachbeschädigung um 4,0 Prozent auf 577.017 Fälle (2014: 601.112 Fälle)
  • Wirtschaftskriminalität um 3,5 Prozent auf 60.977 Fälle (2014: 63.194 Fälle
  • Mord und Totschlag um 2,9 Prozent auf 2.116 Fälle (2014: 2.179 Fälle)
  • Fahrraddiebstahl um 1,3 Prozent auf 335.174 Fälle (2014: 339.760 Fälle)

Quelle: ntv.de, sba