Panorama

Fall Ermyas M. Weiterer Tatverdächtiger?

Im Prozess um den Potsdamer Überfall auf den Deutsch-Äthiopier Ermyas M. will die Verteidigung an diesem Mittwoch Hinweise auf einen dritten Tatverdächtigen vorlegen. Er habe ein Tondokument erhalten, welches zeige, dass die beiden Angeklagten nicht als Täter in Frage kommen, sondern ein dritter Mann aus Potsdam, sagte Rechtsanwalt Matthias Schöneburg am Dienstagabend. Er bestätigte damit einen Bericht der "Märkischen Allgemeinen". Auf der CD sei die Stimme des Mannes zu hören. Sie ähnle der Stimme auf einem Mailbox-Mitschnitt des Überfalls vom Ostersonntag 2006. Zudem versichere der Mann auf der CD, dass die Angeklagten nicht die Täter seien.

Ermyas M. war bei dem Überfall lebensgefährlich verletzt worden. Die beiden Angeklagten Björn L. und Thomas M. bestreiten jedoch, überhaupt am Tatort gewesen zu sein.

Das Potsdamer Landgericht will am Mittwoch zudem einen Phonetiker dazu hören, wie sich Stimmen bei einer Kehlkopfentzündung verändern können. Die Anklage gegen den Hauptbeschuldigten Björn L., der Ermyas M. am Ostersonntag 2006 mit einem Faustschlag niedergestreckt haben soll, stützt sich vor allem auf der Aufzeichnung eines Teils des Geschehens auf der Handy-Mailbox der Ehefrau des Opfers. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft ist darauf die Stimme von Björn L. zu hören. Nach Zeugenaussagen soll der 30-Jährige allerdings damals wegen einer Kehlkopfentzündung heiser gewesen sein. Am Freitag wird eine Expertin das Stimmengutachten vorlegen.

Quelle: ntv.de

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