Panorama

Schlechtes Wiesn-Fazit der Polizei Weniger Besucher, mehr Einsätze

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6,9 Millionen Maß Bier wurden auf dem Oktoberfest verkauft.

(Foto: dpa)

Das weltgrößte Volksfest geht zu Ende - und Wirte wie Polizei ziehen Bilanz. Letztere beklagt, dass sie bis ans Limit gehe und darüber hinaus. Schließlich gab es weniger Besucher als im Vorjahr, aber mehr Einsätze, darunter 66 Maßkrugschlägereien. Neu ist der Trend zur Tracht, die selbst Auswärtige anziehen. Sehr zum Leidwesen der T-Shirt-Verkäufer.

Mehr Betrunkene und mehr Prügeleien hat das Münchner Oktoberfest in diesem Jahr erlebt - trotz gesunkener Besucherzahl. Oktoberfest-Chef Dieter Reiter sprach in seiner Bilanz von einer bayerischen, familienfreundlichen und gut besuchten Wiesn. Schausteller, Wirte und Beschicker seien zufrieden. Die Polizei indes erklärte, die Zahl ihrer Einsätze gehe über das normale Maß hinaus.

Das Bayerische Rote Kreuz versorgte in den zwei Festwochen 827 Betrunkene, 2011 waren es noch 777. Die Polizei musste ebenfalls häufiger ausrücken als im vergangenen Jahr. Mehr als 2000 Einsätze zählten die Ordnungshüter, das ist ein Anstieg um 3,5 Prozent im Vergleich zu 2011. Insgesamt kam es zu 66 Maßkrugschlägereien, im Vorjahr waren es noch 58. "Da gehen wir schon ans Limit und ein Stück drüber hinaus", sagte Polizeisprecher Wolfgang Wenger.

Insgesamt besuchten 6,4 Millionen Menschen 2012 die Wiesn. Damit feierten etwa eine halbe Million Menschen weniger als 2011 auf dem größten Volksfest der Welt. Die Wiesn-Wirte hatten dieses Jahr aber auch weniger Fläche als sonst, da in der ersten Woche auf dem Gelände auch noch ein Landwirtschaftsfest stattfand.

Alle tragen Trachten

6,9 Millionen Maß Bier gingen über den Tresen - 116 Ochsen und tausende Brathähnchen ließen für das Oktoberfest ihr Leben. In der ersten Woche sei das Gelände aber wesentlich voller gewesen als in der zweiten, sagte Reiter. Die Schausteller machten trotzdem an den letzten Tagen Kasse. Vor allem der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober sei so erfolgreich gewesen wie Jahrzehnte nicht: "Das war wohl der Traumtag für die Schausteller überhaupt", sagte Reiter.

Sehr viele Besucher trugen Tracht. "Rein von der Optik her sind eigentlich nur noch Bayern auf der Wiesn", meinte Reiter. Meistens sei das internationale Publikum nur an mangelnden Mundart-Kenntnissen zu erkennen. Leidtragende der traditionellen Klamotten aber seien die T-Shirt-Verkäufer. Über die neugekaufte Montur im Trachtenlook ziehe schließlich niemand ein T-Shirt.

4500 Gegenstände im Fundbüro

Auf die Tracht konnten sich die Festbesucher einigen, auf einen Wiesn-Hit aber nicht. "Tage wie diese" von den Toten Hosen und Hubert von Goiserns "Brenna tuats guat" lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen und wurden in den Zelten rauf und runter gespielt. Beim Tanzen blieb auch dieses Jahr einiges auf der Strecke - das Fundbüro sammelte 4500 Gegenstände, darunter zwei Eheringe, ein Hörgerät, ein Babyfon und einen Hund.

Die Ur-Wiesn im Oktober 1810 war eine königliche Hochzeitsfeier. Ganz München feierte mit, als Kronprinz Ludwig - der spätere König Ludwig I. - und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen. Daraus entwickelte sich das weltgrößte Volksfest auf der Theresienwiese.

Quelle: ntv.de, dpa

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