Panorama

Geldgeschenke locken Tausende Werbeaktion sorgt für Randale

Eine missglückte PR-Maßnahme hat Chaos auf den Straßen von Paris ausgelöst. Eine Internetfirma wollte ursprünglich Geldgeschenke verteilen. Nachdem die Aktion wegen des zu großen Andrangs abgesagt werden musste, brach der Unmut enttäuschter Jugendlicher in Gewalt um.

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Jugendliche stehen neben dem umgestürzten Auto.

(Foto: AP)

In Paris ist ein werbewirksamer öffentlicher Geldregen nach einem Massenansturm abgesagt worden. Unweit des Eiffelturms, wo eine Internetfirma als Werbegag 5000 Umschläge mit jeweils fünf bis 500 Euro in die Menge werfen wollte, drängten sich rund 7000 Menschen. Die Polizei forderte die Veranstalter schließlich auf, die Aktion abzublasen, worauf es zu wütenden Protesten enttäuschter Jugendlicher kam.

Das Unternehmen hatte über Wochen für den öffentlichen Geldregen aus einem Doppeldecker-Bus geworben. Mit 7000 Menschen kamen dann aber doch mehr zum Champ de Mars als erwartet. Absperrgitter wurden von der Menge einfach überrannt, im Umkreis kam es zu einem Verkehrschaos. Die Sicherheit der Veranstaltung sei nicht zu garantieren gewesen, sagte  Firmenchef Jean-Baptiste Descroix-Vernier. Die eingeplanten 40.000 Euro will er nun an eine Hilfsorganisation spenden.

Jugendliche randalieren

Nach der Absage plünderten enttäuschte Jugendliche Medienberichten zufolge einen nahegelegenen Supermarkt. Sie bewarfen Polizisten mit Orangen und Äpfeln, stürzten ein Auto um und attackierten einen Fotografen. Die Polizei nahm rund 20 Randalierer fest, neun blieben in Gewahrsam.

Andere harrten bei Nieselregen zunächst unter dem Eiffelturm aus - in der Hoffnung, dass die Aktion doch noch beginnen könnte. "Das kann nicht sein", sagte der 20-jährige Hamid, der extra mit seinen Freunden nach Paris gekommen war. "Ich habe den Bus beim Arc de Triomphe gesehen." Der etwa 40-jährige Gérard wertete die Aktion dagegen als schlechten Scherz. "Sie haben viel Werbung für sich gemacht, soviel ist sicher."

Firma ist sich keiner Schuld bewusst

Der Pariser Bürgermeister Bertrand Delanoë verurteilte die "schockierende" Aktion, wie sein Sprecher sagte. Nach Angaben eines Polizeisprechers prüft das Innenministerium eine Beschwerde gegen die Veranstalter. Die Polizei hatte die Firma nach eigenen Angaben darauf aufmerksam gemacht, dass das Verteilen von Geld zu Werbezwecken illegal sei und die öffentliche Ordnung gefährden könne. Der Veranstalter verwies dagegen auf eine schriftliche Genehmigung der Behörden und eigene Sicherheitsvorkehrungen. "Wir waren ein Opfer unseres Erfolgs", sagte der Organisator Stephane Boukris.

Das Unternehmen verdient sein Geld mit einer Art Kundenbindungsprogramm über das Internet. Kunden erhalten Geldbeträge zwischen einem und zwei Cent gutgeschrieben, wenn sie Werbemails lesen und die Websites der dort angegebenen Partner besuchen.

Quelle: n-tv.de, cba/AFP