Panorama

Havarie auf freiem Feld Windrad knickt um

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Zerschmettert liegen Rotor und Generatorgondel am Boden: Ein Techniker begutachtet die Trümmer.

(Foto: dpa)

Der rätselhafte Einsturz einer Windkraftanlage löst unter Experten Aufsehen aus: Aus ungeklärter Ursache hält der Schaft des riesigen Rotorträgers den Belastungen plötzlich nicht mehr stand und bricht in der Mitte durch. Rotor samt Gondel schlagen in den Acker ein.

Ein mysteriöser Betriebsunfall lenkt Aufmerksamkeit auf womöglich noch unerkannte Risiken im Betrieb von Windkraftanlagen: In Mecklenburg-Vorpommern stürzte am Wochenende ein riesiges Windrad ein.

Der Turm der Anlage brach in der Mitte durch und stürzte bei Grischow südlich von Grimmen im Landkreis Vorpommern-Rügen auf einen Acker. Die Ursache ist noch vollkommen unklar. "Der Betreiber wurde informiert", teilte die örtliche Einsatzleistelle des Polizeipräsidiums Neubrandenburg mit. Die Ereignisstelle sei "gesichert".

Wo liegt der Fehler?

Der Bürgermeister der betroffenen Gemeinde Süderholz Alexander Benkert forderte umgehend eine eingehende Überprüfung des gesamten Windparks, in dem baugleiche Anlagen vermutet werden. "Die genaue Ursache müssen Fachleute klären, aber es sollte Sichtprüfungen bei den anderen Windrädern geben", sagte Benkert.

Am Sonntag hatten Anwohner den Rotor und Turmreste auf einem Feld liegend aufgefunden. Laut Polizei blieb lediglich ein Turmstumpf von etwa 25 Metern Höhe stehen. Verletzt wurde niemand.

Der Vorfall blieb offenbar ohne Zeugen. Die Beamten wurden eigenen Angaben erst gegen 15.00 Uhr darüber informiert, dass bei der Ortschaft Grischow "ein Windrad auf dem Acker" liege. Ob nun der gesamte Windpark vorsorglich abgeschaltet werden müsse, solle die Bauaufsicht des Landkreises überprüfen, sagte Benkert.

Unerkannte Schwachstelle

Branchenkennern gibt der rätselhafte Einsturz der Anlage zu Denken. Die Windverhältnisse vor Ort waren am Wochenende vergleichsweise harmlos. Damit steht zu befürchten, dass der plötzliche Kollaps der gesamten Konstruktion auf mangelhaftes Material oder gar einen Konstruktionsfehler zurückzuführen sein könnte. In diesem Fall könnte der Vorfall bei Grischow womöglich weitreichende Folgen haben.

Nach Informationen des Bundesverbands Windenergie (BWE) stehen in Deutschland mittlerweile wohl mehr als 26.000 Windenergieanlagen. In der gesamten Branche sind nach Verbandsangaben allein in Deutschland rund 150.000 Menschen beschäftigt.

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Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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