Panorama

Notstand in zwei Bundestaaten Winter hält USA in eisigem Griff

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Landesweit sind in den USA Tausende Flüge ausgefallen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Weltweit zeigt sich das Winterwetter erbarmungslos. In den USA fallen Tausende Flüge aus. In England kappen schwere Stürme die Stromversorgung. Vor Frankreich muss eine Frachterbesatzung gerettet werden. In Kirgistan sterben Dutzende Menschen.

In den USA hat der ungewöhnlich harte Winter weite Teile des Landes fest im Griff. Erneut kämpften unzählige Amerikaner im mittleren Westen und an der Ostküste mit Kälte, Schneefall und eisglatten Straßen. In zahlreichen Bundesstaaten zwischen Kansas und New York seien fast 30 Zentimeter Schnee gefallen, teilte der Wetterdienst Accuweather mit. Sie Bundesstaaten New York und New Jersey erklärten den Notstand.

Nach Angaben des TV-Senders CNN waren rund eine Million Einwohner ohne funktionierende Stromversorgung, weil die Oberlandleitungen eingefroren und dadurch gerissen seien. Die Hälfte der Betroffenen lebe im Bundesstaat Pennsylvania. Bis zum Mittwochnachmittag seien US-weit knapp 3000 Flüge gestrichen worden, hieß es auf der Website flightaware.com. Rund 2000 weitere Flüge hatten Verspätung. Besonders betroffen waren die Flughäfen von Boston, New York und Chicago. In zahlreichen Orten fielen die Schulen aus.

In New York und New Jersey werden die Vorräte an Streusalz langsam knapp. Bis Ende Januar hatten die Behörden in New Jersey bereits 277.000 Tonnen Streusalz verbraucht, 18.000 Tonnen mehr als im gesamten Winter des vergangenen Jahres. Im Bundesstaat Connecticut blieben Schulen und Behörden teilweise geschlossen. Für das Wochenende sagten Meteorologen einen weiteren Wintersturm  voraus.

Nach Angaben der US-Wetterbehörde könnte bis Montag weiterer Schnee an der Ostküste nachkommen. Vor allem der mittlere Westen und der Nordosten werden seit Anfang Januar immer von Phasen mit hartem Winterwetter heimgesucht.

Zehntausende Haushalte in England ohne Strom

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Land unter im Südwesten Englands

(Foto: REUTERS)

In Großbritannien schnitten schwere Stürme mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 146 Kilometern pro Stunde Zehntausende Wohnungen und Häuser im Südwesten des Landes zeitweise von der Stromversorgung ab. Laut Western Power Distribution waren am Dienstag 44.000 Haushalte betroffen. 5000 von ihnen konnten einen Tag später noch immer nicht versorgt werden.

Auch der Zug- und Straßenverkehr an der Südwest-Küste war beeinträchtigt. Wegen Überschwemmungen fielen zwischen Cornwall und Somerset Züge aus. In der Stadt Dawlish stürzte ein Schutzwall zwischen dem Meer und der Bahnstrecke teilweise ein. Fußwege in der Region wurden gesperrt und mehrere Häuser evakuiert. Bewohner wurden aufgefordert, sich von der Küste fernzuhalten.

Vor Frankreich zerschellt ein Frachter

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Der spanische Frachter "Luno" zerbrach in stürmischer See in zwei Teile.

Vor Südfrankreich wurde ein spanisches Frachtschiff bei stürmischer See auf einen Damm geschleudert und zerbrach in zwei Teile. Die elf Besatzungsmitglieder konnten in einer dramatischen Rettungsaktion per Hubschrauber in Sicherheit gebracht werden, wie die Behörden der Küstenstadt Anglet mitteilten. Es gelangte zwar Treibstoff ins Meer, laut dem zuständigen Minister drohte aber keine Umweltkatastrophe.

Der 100 Meter lange Frachter "Luno" fuhr am Mittwochvormittag gerade den Hafen der Stadt Bayonne nahe Biarritz an, als nach Behördenangaben alle elektrischen Systeme des Schiffs ausfielen. Bei schwerer See mit meterhohen Wellen wurde der Frachter vor der  Küste der neben Bayonne liegenden Gemeinde Anglet auf einen ins Meer hinausragenden Damm geschleudert. Das Schiff hatte keine Ladung an Bord hatte. Versuche, die elfköpfige Besatzung in Sicherheit zu bringen, schlugen wegen heftiger Winde mit Geschwindigkeiten von rund 110  Stundenkilometern zunächst fehl.

Hessische Katastrophenhelfer haben derweil zehn Notstrom-Großaggregaten nach Slowenien geliefert. Dort hatte am Wochenende ein Schnee- und Eissturm laut der Regierung  für eine "Naturkatastrophe größeren Ausmaßes" gesorgt. Die Stromversorgung brach vielerorts zusammen. Etwa eine Woche sollen die hessischen Helfer mit rund 20 Fahrzeugen in dem EU-Land südlichvon Österreich sein.

130 Tote in Kirgistan

In Kirgistan, einer früheren Sowjetrepublik in Zentralasien,sind seit Winterbeginn mehr als 130 Menschen ums Leben gekommen. Die meisten Opfer gab es im Norden des gebirgigen Landes, im Gebiet um die Hauptstadt Bischkek sowie um den bei Touristen beliebten See Issyk-Kul, wie das Innenministerium mitteilte. Die Temperaturen sanken nachts bis auf minus 40 Grad und waren damit deutlich niedriger als in einem durchschnittlichen Winter.

Im Nachbarland Tadschikistan verursachte starkes Schneetreiben ein Verkehrschaos. Der Flughafen in der Hauptstadt Duschanbe war vorübergehend geschlossen wie auch Kindergärten und einige Schulen. Aus den Bergen im Osten des verarmten Landes gab es Berichte, dass Wölfe sich auf der Suche nach Nahrung in Dörfer vorwagten.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/AFP