Panorama

Wie wird das Wetter? Winter macht Pause

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(Foto: dpa)

Streusalzmangel auf den Straßen, Probleme durch Eis bei der Binnenschifffahrt, zeitweise Versorgungsengpässe durch Schnee und Schneeverwehungen. Die Liste der Probleme, die uns der Winter bisher beschert hat, ließe sich ohne Probleme weiter fortsetzen. Jetzt allerdings zeigt uns die kalte Jahreszeit schon bald ihre mildere Seite. Was bringt uns das Tauwetter und wie lange wird es halten? Darüber sprachen wir mit dem n-tv Meteorologen Björn Alexander.

Björn, gute Vorsätze zum Jahreswechsel sind durchaus üblich. Lassen sich auch beim Wetter Vorsätze für 2011 erkennen?

Kurzfristig auf jeden Fall. Nach einem kalten Start hat sich unser Wetter jetzt erst einmal Milderung vorgenommen. Ab Donnerstag wird es mit den Temperaturen deutlich aufwärts gehen. Grund ist eine Umstellung unserer Wetterlage – man könnte sagen: unser Wetter "normalisiert" sich.

Das heißt?

Noch liegen wir im Einflussbereich von kalter Luft und einem Hoch über dem Balkan. Das sorgt für mehrheitlich ruhiges und dauerfrostiges Wetter. Viel Sonne gibt es damit höchstens über dem Hochnebel im Süden. Ansonsten lockert es nur phasenweise mal auf.

Das wird sich ändern.

Na ja, also zumindest das mit den Temperaturen. Denn ab Donnerstag stellt sich unsere Wetterlage großräumig um. Bislang dominierte in diesem Winter bei uns die Kombination aus hohem Luftdruck über Island bzw. Skandinavien und tiefem Druck über dem Mittelmeer bzw. den Azoren. Dadurch konnte die Polarluft aus nördlicher bis nordöstlicher Richtung immer wieder zu uns kommen. Gleichzeitig brachten Tiefausläufer vom Mittelmeer her immer wieder Feuchtigkeit für die teils heftigen Schneefälle.

Und wann kommt die "Normalisierung"?

Eben ab Donnerstag, im Westen eigentlich schon ab Mittwochabend. Der tiefe Druck über Westeuropa und Island verstärkt sich dauerhaft und wir kommen zunächst einmal in den Bereich von westlichen Winden, die uns maritimere und damit auch deutlich mildere Luftmassen bringen. An der Vorderseite der milderen Luft kann es allerdings bis zum Freitag noch gebietsweise zum Glatteisregen kommen. Doch spätestens ab Samstag sind Glätte und Frost kein Thema mehr. Dafür könnte uns mitunter das Thema "Hochwasser” beschäftigen.

Gibt es schon genaue Prognosen?

Bisher leider nicht wirklich. Zu großen Hochwasserereignissen braucht es häufig mehrere Auslöser und das zeitlich "passende” Zusammenspiel der Faktoren. In diesem Fall haben wir eine flächenhafte Schneedecke im Flachland und viel Schnee auf den Bergen. Zudem haben die milderen Temperaturen der letzten Tage vor allem in den westlichen Landesteilen zwar für leichtes Tauwetter gesorgt. Allerdings ist dadurch auch die Wassersättigung der Schneeauflage angestiegen. Der Schnee ist nasser und somit ist auch die potenzielle Schmelzwassermenge größer.

Dann kommt es auf das Zusammenspiel von Lufttemperatur, -feuchtigkeit, Wind und der Höhe der Schneefallgrenze an. Also: wie viel Schmelzwasser kommt bis in welche Höhe theoretisch gesehen zusammen. Lassen wir dann mal eine Vielzahl von "kleineren” Faktoren weg und kommen direkt zum zweiten großen Auslöser, nämlich dem Regen, dann müssen wir feststellen, dass die Wettermodelle hier noch keine genauen Aussagen zulassen. Sollten die Regenfälle flächenhaft und stark ausfallen, dann ist ein großes und eventuell auch gefährliches Hochwasserereignis definitiv möglich. Wenn nicht, dann dürfte zumindest an kleineren Flüssen, Bächen und Wiesen akute Überflutungsgefahr bestehen.

Wenn schon der Regen nicht gut vorherzusagen ist, was bringen uns die Temperaturen?

Ab Donnerstag verabschiedet sich der Dauerfrost mit einem teils stürmisch auffrischenden Wind allmählich aus unseren Breiten. Spätestens am Samstag ist es überall frostfrei. Die Tageshöchstwerte liegen dann häufig zwischen 3 und 13 Grad. Am wärmsten dürfte es in den westlichen und südlichen Landesteilen werden. Die Schneefallgrenze steigt damit auf rund 2000 Meter an und bis in die Hochlagen der Mittelgebirge taut es teilweise massiv.

Wird Deutschland damit schneefrei?

In den tieferen Lagen kann ich mir das verbreitet durchaus vorstellen. In den höheren Lagen oberhalb von etwa 400 bis 800 Metern dürfte die Schneedecke sicherlich auch kleiner werden. Jedoch könnte es im Laufe der kommenden Woche wieder kälter werden. Temperaturen von 2 bis 7 Grad im Flachland und Werte um null Grad mit Neuschnee auf den Bergen wären die Folge und das Tauwetter wäre schon wieder vorbei.

Quelle: ntv.de

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