Panorama

Spontane Protestaktion am Gleis Wütende Bahn-Passagiere stoppen ICE

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Dem ICE vor die Räder gesprungen? Die Bahnpolizei ermittelt.

picture alliance / dpa

Der Ausfall eines Regionalzugs aufgrund eines technischen Defekts sorgt in Bayern für tumultartige Szenen: Erboste Bahn-Kunden bringen den Betrieb offenbar gründlich durcheinander. Eine Bahnmitarbeiterin setzt einen verzweifelten Notruf ab.

Wütende Fahrgäste eines liegen gebliebenen Regionalzuges haben in Bayern einen ICE gestoppt, um ihre unterbrochene Reise fortsetzen zu können. Ihr Zug hatte wegen eines technischen Defekts zu Wochenbeginn im unterfränkischen Dettingen im Landkreis Aschaffenburg anhalten müssen, wie ein Sprecher der Bundespolizei sagte.

Rund 50 Fahrgäste mussten den Zug, der von Frankfurt am Main auf dem Weg nach Würzburg war, verlassen. Als der kaputte Zug dann plötzlich ohne sie wegfuhr, wurden einige Reisende so wütend, dass sie eine Bahnmitarbeiterin in dem kleinen Bahnhof ansprachen. Die Frau fühlte sich nach Angaben der Bundespolizei davon so bedrängt, dass sie einen Notruf absetzte.

Eskalation am Bahnhof

Wenig später sollen die gestrandeten Reisenden schließlich den ICE, der vor Dettingen warten musste und gerade weiterfahren wollte, wieder zum Stehen gebracht haben. Auf welche Weise ihnen das gelingen konnte, sei Bestandteil der Ermittlungen. Im Raum steht der Verdacht einer Gefährdung des Schienenverkehrs, einer Straftat, die mit bis zu fünf Jahren Haft geahndet werden kann.

Die Deutsche Bahn erklärte in einer Stellungnahme, der ICE sei zum Stehen gekommen, weil sich Personen im Gleis aufgehalten hätten. Der Lokführer des ICE habe sich nach dem Vorfall ablösen lassen, weil er sich psychisch zu stark belastet fühlte. Die Reaktion des Lokführers deutet auf dramatische Szenen hin. Körperlich zu Schaden kam bei dem ungewöhnlichen Zwischenfall allerdings niemand.

Die offenbar spontane Schienenblockade blieb vergeblich: Zugang zu dem ICE erhielten die Gestrandeten nicht. Sie konnten erst später in einem anderen Regionalzug weiterfahren. Sie und die ICE-Fahrgäste hatten jedoch rund zwei Stunden Verspätung. Zudem waren nach Bahnangaben rund 35 Züge des Nah- und Fernverkehrs betroffen.

Quelle: n-tv.de, lda/dpa

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