Panorama

Angeblich viele Prominente vorgeladen Wulff-Prozess riecht nach Spektakel

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Die Wulffs beim Oktoberfest 2008, im Hintergrund Groenewold.

dpa

Das Landgericht Hannover kündigt im Verfahren gegen Ex-Bundespräsident Wulff überraschend viele Verhandlungstermine an. Das könnte auch an einer mysteriösen Promi-Liste liegen - angeblich sollen alle darauf vorgeladen werden.

Für den Prozess gegen Ex-Bundespräsident Christian Wulff wegen Vorteilsannahme hat das Landgericht Hannover bis Anfang 2014 ganze 22 Verhandlungstage angesetzt. Der Prozessbeginn am 14. November stand bereits fest.

Wie groß das Medieninteresse an dem Verfahren sein werde, könne noch nicht eingeschätzt werden, sagte Gerichtssprecher Martin Grote. Es werde 70 Plätze für Medienvertreter und darüber hinaus Besucherplätze geben. Das Landgericht erließ für die Medien sechs Seiten Vorschriften. "Wir hoffen, dass das Akkreditierungsverfahren ohne Ärger über die Bühne geht", sagte der Gerichtssprecher mit Blick auf den Wirbel um die Anmeldungen zum NSU-Prozess in München.

Nach Informationen von "Spiegel Online" könnte das Gericht 45 Zeugen laden. Angeblich kursiert eine entsprechende Liste in Justizkreisen. Darauf sollen sich unter anderem bekannte Schauspieler befinden, aber auch Mitglieder der ehemaligen Wulff-Regierung in Niedersachsen und ein bekannter Verleger. Natürlich ist auch Ex-First-Lady Bettina Wulff geladen, die inzwischen von ihrem Ehemann getrennt lebt. Das Gericht ließ verlauten, es werde "das gesamte Beziehungsgeflecht" zwischen Wulff und dem Filmunternehmer David Groenewold untersuchen.

Wulff wird vorgeworfen, dass er sich 2008 vom befreundeten Groenewold einen Oktoberfestbesuch mit seiner Frau teilweise bezahlen ließ. Der damalige niedersächsische Ministerpräsident wusste nach eigenen Angaben nichts von der Kostenübernahme. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Groenewold Wulff damit motivieren wollte, für eines seiner Filmprojekte um Geld zu werben. Das tat Wulff einige Wochen später. Der Prozess könnte der Schlusspunkt der seit mehr als anderthalb Jahren andauernden Wulff-Affäre sein. Der Präsident war wegen der bevorstehenden Ermittlungen im Februar 2012 zurückgetreten.

Quelle: n-tv.de, jmü/dpa