Panorama

Neues Strafrecht Zellenknappheit in Polen

Für Straftäter ist in polnischen Gefängnissen möglicherweise bald keine Zelle mehr frei. Doch hängt dies nicht mit einem Anstieg der Kriminalität sondern mit einer von der neuen konservativen Regierung angekündigte Verschärfung des Strafrechts zusammen.

Derzeit sitzen rund 69.000 Menschen in Polen hinter Gittern. Doch in Fällen, die früher lediglich mit Geldstrafen oder kurzen Haftstrafen geahndet wurden, drohe nun eine regelrechte Inhaftierungswelle, berichtete die Zeitung "Rzeczpospolita " am Montag. Nach Angaben des stellvertretenden Justizministers Andrzej Grzelak muss mit bis zu 120.000 Häftlingen gerechnet werden.

Die Haftanstalten sind auf eine solche Belegung nicht eingerichtet, warnen polnische Menschenrechtler. "Wie kann man tausende neuer Häftlinge ins Gefängnis einweisen, wenn die Mehrheit von ihnen auf Matratzen auf dem Boden schlafen muss?", fragte Janusz Zagorski vom Ombudsbüro für Bürgerrechte.

Mehrere Gefängnisse sind dem Bericht zufolge bereits jetzt überfüllt. Durchschnittlich hat ein polnischer Häftling 2,5 Quadratmeter in seiner Zelle zur Verfügung, die polnischen Vorschriften sehen ein Minimum von drei Quadratmetern vor. Damit liegt das Land unter den Empfehlungen der EU von vier Quadratmetern Fläche pro Häftling.

Quelle: ntv.de