Panorama

"Jetzt gibt's hier Ärger" Zeuge belastet Dominik Brunner

Im Fall des vor vier Monaten zu Tode geprügelten Dominik Brunner gibt es neue Details zum Ablauf der Schlägerei: Der Geschäftsmann soll einem Medienbericht zufolge im Streit mit den mutmaßlichen Tätern als erster zugeschlagen haben. Außerdem sollen die mutmaßlichen Täter stark alkoholisiert gewesen sein.

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Der Tod von Dominik Brunner hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der vor vier Monaten auf einem Münchener S-Bahnhof zu Tode geprügelte Geschäftsmann Dominik Brunner soll im Streit mit den mutmaßlichen Tätern als erster zugeschlagen. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" unter Berufung auf Zeugenaussagen. Brunner habe demnach nach dem Verlassen des S-Bahn-Zuges dem Fahrer der Bahn zugerufen: "Jetzt gibt's hier Ärger." Danach habe er die Fäuste gehoben und sei auf die beiden Angreifer zugegangen. Er habe einem der beiden mutmaßlichen jugendlichen Täter dann einen Faustschlag ins Gesicht versetzt.

Die beiden Jugendlichen gingen laut "Spiegel" danach auf Brunner los, wobei einer der beiden einen Schlüsselbund als Waffe benutzt haben soll. Sie gingen demnach auf den Geschäftsmann los und boxten und traten ihn, auch nachdem er mit dem Kopf gegen ein Metallgeländer geschlagen und zu Boden gefallen sei. Die beiden ließen den Angaben zufolge erst von Brunner ab, als die Polizei eintraf. Brunner habe sich dann noch einmal aufgerichtet und gestöhnt, das sei jetzt aber hart gewesen. Danach sei er zusammengesackt und bewusstlos geworden.

S-Bahnschläger waren betrunken

Wie das Magazin weiter berichtete, sollen die beiden mutmaßlichen Täter zudem stark betrunken gewesen sein. Einer der beiden hatte demnach vor der Tat eine halbe Flasche Wodka und fünf Flaschen Bier geleert, der andere zwei Flaschen Bier. Das Magazin schreibt auch, dass Brunner mindestens ein Jahr lang in einer Boxschule trainiert habe.

Bisherigen Ermittlungen zufolge hatte Brunner einer Gruppe Heranwachsender vor der Gewalttat seinen Schutz angeboten, nachdem diese von den mutmaßlichen Tätern belästigt wurden. Der tragische Tod Dominik Brunners hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Bundespräsident Horst Köhler hatte ihn für seine Zivilcourage posthum mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Nach Brunners Tod riefen Freunde und Wegbegleiter die Initiative "Münchner Courage" und die Dominik-Brunner-Stiftung ins Leben, die sich nun für ein mutiges Engagement gegen Gewalt nach seinem Vorbild einsetzen.

Quelle: ntv.de, dsi/AFP/dpa