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Murray ließ Medikamente verschwinden Zeuge belastet Jackson-Arzt

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Alberto Alvarez war Michael Jacksons Bodyguard.

(Foto: REUTERS)

Über die Todesnacht von Michael Jackson werden im Prozess gegen den Leibarzt Conrad Murray wegen fahrlässiger Tötung immer mehr Details bekannt. Jacksons Bodyguard beschreibt , wie Murray mehrere Arzneimittel versteckte, bevor er den Notarzt verständigte.

Im Prozess um den Tod von US-Popstar Michael Jacksons hat ein weiterer Zeuge den angeklagten Leibarzt Conrad Murray belastet. Der Bodyguard Alberto Alvarez beschrieb das Verhalten Murrays kurz nach dem Ableben des "King of Pop". Der Mediziner habe ihn aufgefordert, noch vor dem Eintreffen des Notarztes Medikamente wegzuräumen, sagte Alvarez aus. Darunter sei auch ein Fläschchen mit milchfarbener Flüssigkeit gewesen. Staatsanwalt David Walgren erklärte, dabei habe es sich um Propofol gehandelt.

Alvarez' Aussage am dritten Prozesstag lieferte weitere Details zur Todesnacht in Jacksons Villa in Los Angeles. Demnach lag der Popstar bei seiner Ankunft im Zimmer mit gespreizten Armen auf dem Bett, die Handflächen zeigten zur Decke. Augen und Mund seien geöffnet gewesen. Murray habe mit einer Hand auf den Brustkorb des Musikers gedrückt und eine Herz-Lungen-Massage auf einem weichen Bett versucht. Normalerweise wird eine solche Reanimierungsmaßnahme auf einer harten Unterlage mit beiden Händen geleistet.

Arzt ließ Medikamente vor Notruf verschwinden

Alvarez sagte, Murray habe mehrere Ampullen genommen und ihn aufgefordert, diese in eine Tüte zu tun. Auch einen Infusionsbeutel mit einer Kochsalzlösung habe er in einer Tüte verstauen müssen - am Boden dieses Beutels sei die Flasche mit der milchigen Flüssigkeit gewesen. Erst dann habe er auf Anweisung von Murray den Notarzt angerufen, sagte Alvarez. Der Bodyguard erzählte auch, wie Jacksons Tochter Paris "Papa" schrie, als sie den Raum betrat.

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Murray habe Kai Chase aufgeregt angeschrien, wie die Köchin berichtete.

(Foto: AP)

Als weitere Zeugin beschrieb die frühere Köchin des Sängers die chaotische Szene. Murray sei außer sich gewesen und habe sie aufgeregt angeschrien, Jacksons Sohn Prince, die Leibwächter und Hilfe zu holen. Um einen Notruf habe er sie aber nicht gebeten, sagte Kai Chase im Zeugenstand. Es seien mehr als zehn Minuten vergangen, bevor Leibwächter Alvarez die Ambulanz ins Haus rief.

Zuvor waren im Prozess weitere makabre Details zur Todesnacht bekannt geworden: Nach Angaben von Jacksons Sicherheitschef Faheem Muhammad mussten die Kinder des King of Pop miterleben, wie Murray ihren offensichtlich toten Vater wiederzubeleben versuchte.

Völlig geschockt hätten Jacksons ältere Kinder Paris und Prince zugesehen, wie Murray ihren Vater Herzmassagen gab, berichtete Muhammad. "Paris lag zusammengekrümmt auf dem Boden und weinte, Prinz stand nur da und hatte diesen zutiefst schockierten Ausdruck im Gesicht", berichtete der frühere Sicherheitschef des Popstars weiter. Er und ein Kindermädchen hätten die beiden Kinder schließlich weggebracht.

Arzt fragte, wie Reanimation funkioniert

Kurz zuvor war Muhammad zu dem Haus des Popstars gerufen worden. Er erzählte, wie Jackson auf dem Boden lag und sein Arzt versuchte, ihn wiederzubeleben. Murray habe nervös gewirkt und geschwitzt. Er habe ihn und einen weiteren Leibwächter, Alberto Alvarez, gefragt, ob sie wüssten, wie eine Herz-Lungen-Wiederbelebung funktioniere. Ob Murray damit um Hilfe bat, um selbst etwas anderes zu tun, sagte Muhammad nicht.

Jacksons persönlicher Assistent Williams erzählte, wie er von dem sichtlich gestressten Murray angerufen wurde. Dieser habe ihn gebeten, unverzüglich zum Anwesen des Stars zu kommen, Jackson habe eine "schlechte Reaktion" gezeigt. Als er dort eintraf, sei bereits die Krankentrage nach unten gebracht worden, sagte Williams.

Nachdem Jackson für tot erklärt worden sei, habe er ein "merkwürdiges" Gespräch mit Murray geführt, erinnerte sich der Assistent. "Er sagte, es befinde sich eine Creme in Michaels Zimmer (...) und er wolle nicht, dass die Welt davon erfahre". Murray habe ihn dann gebeten, ihn zum Haus zurückzufahren, um diese zu holen. Er habe dies abgelehnt. Laut Sicherheitschef Muhammad konsultierte der King of Pop regelmäßig auch einen Hautarzt wegen seiner Hautprobleme. Nach der Rückkehr habe er oftmals langsam und undeutlich gesprochen.

150.000 Dollar Monatsgehalt

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Murray soll seine ärztlichen Aufmerksamkeitspflichten nicht eingehalten haben.

(Foto: REUTERS)

Zum Auftakt des zweiten Prozesstags hatte Konzertveranstalter Paul Gongaware berichtet, wie er Murray auf ausdrückliche Bitte Jacksons als Betreuer während der geplanten Comeback-Tour "This is it" eingestellt habe. Der Mediziner habe zunächst einen mit fünf Millionen Dollar (3,7 Millionen Euro) dotierten Jahresvertrag gefordert, das sei aber abgelehnt worden. Schließlich habe er Murray ein Monatsgehalt von 150.000 Dollar angeboten, sagte Gongaware, der Co-Chef der Eventfirma AEG Live ist. Die für den Gehaltsvertrag zuständige Anwältin Kathy Jorrie sagte aus, der Arzt habe ihr wiederholt versichert, dass "Jackson völlig gesund, in ausgezeichneter Verfassung" sei.

Murray muss sich in dem Prozess wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Dem Arzt wird vorgeworfen, Jackson eine Überdosis des Betäubungsmittels Propofol gegeben und ihn dann vernachlässigt zu haben. Murrays Anwälte argumentieren, der unter Schlafstörungen leidende Sänger habe sich selbst einen tödlichen Cocktail aus Propofol und dem Beruhigungsmittel Lorazepam verabreicht. Murray drohen bei einem Schuldspruch bis zu vier Jahre Haft.

Quelle: n-tv.de, AFP

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