Panorama

Verbot nach zehn Jahren aufgehoben Zirkus ist zurück in Turkmenistan

Ein Braunbär fährt in einem sibirischen Zirkus Motorrad.

Vielleicht gibt es in Turkmenistan irgendwann auch diesen Bären aus einem sibirischen Zirkus zu sehen.

(Foto: REUTERS)

Fast ein Jahrzehnt nach dem Verbot alles Zirkuslebens als Auswuchs einer fremden Kultur hat in Turkmenistan wieder eine Zirkusvorstellung stattgefunden. Dem Spektakel in der Hauptstadt Aschgabat wohnte außer rund 1500 Kindern auch Staatschef Gurbanguli Berdimuchamedow bei. In der Manege zeigten unter anderem turkmenische Reiter wagemutige Kunststücke, außerdem traten Clowns aus Russland, China und Österreich auf. Auch wilde Tiere wie Elefanten, Kamele, Pythons und ein Krokodil unterhielten das Publikum. Der Wiederaufbau des Zirkus' war nach Angaben aus Regierungskreisen vom Staat mit umgerechnet mehr als 13 Millionen Euro gefördert worden.

Berdimuchamedows Vorgänger, der als "Turkmenbaschi" (Führer aller Turkmenen) bekannte Saparmurat Nijasow, hatte 2001 Zirkusvorstellungen als "fremdartige Kultur" und "gegen die turkmenische Kultur" gegeißelt und verboten. Der Diktator ließ außerdem Kinos, Bibliotheken und die Oper des Landes schließen. Nach Nijasows Tod 2006 beschloss sein Nachfolger Berdimuchamedow einige Reformen und erlaubte vormals verbotene Kultureinrichtungen wieder. Zu Zeiten der Sowjetunion, zu der Turkmenistan gehörte, förderten die Kommunisten das Zirkusleben als Teil der proletarischen Kultur.

Quelle: ntv.de, AFP