Panorama

Wenn der Zoo zu klein wird Zu Fuß nach Asien

"Wir möchten den gesellschaftlichen Zwängen entfliehen, in den Tag hinein leben und dabei dennoch ein klares Ziel vor Augen haben", sagt der 26-jährige Gelsenkirchener Marcel und macht sich mit seinem jüngeren Bruder Marlon auf den Weg nach Indien.

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Noch sind sie zu Hause: die Brüder Marlon (l) und Marcel (r) Stawinoga.

(Foto: dpa)

7500 Kilometer zu Fuß bis nach Kalkutta in Indien: Zu dieser Wanderung brechen ein 26-Jähriger und ein 21-Jähriger am Donnerstag in Gelsenkirchen auf. Die Route führt die Brüder Marcel und Marlon Stawinoga über den Balkan, durch die Türkei, den Iran und Pakistan. Etwa ein halbes Jahr solle die Wanderung dauern, sagte Marcel. 30 bis 50 Kilometer will er mit seinem jüngeren Bruder täglich zurücklegen.

"Wir möchten den gesellschaftlichen Zwängen entfliehen, in den Tag hinein leben und dabei dennoch ein klares Ziel vor Augen haben. Und das heißt: Kalkutta", sagte Marcel. Bisher hat er Besucher durch den Gelsenkirchener Zoo geführt. Aus diesem Job entstand die Idee, aus der Asienwelt des Zoos in das wirkliche Asien aufzubrechen. Kalkutta sei für ihn das Zentrum der indischen Intellektuellen.

Mit einem Schlafsack, einem Topf, etwas Wäsche zum Wechseln, Blasenpflastern und einem Laptop im Gepäck wollen die Gelsenkirchener in das ihrer Ansicht nach "mythische Land" starten. Marcel will im Internet berichten - und nach der Reise ein Buch schreiben.

Naive Träumer seien die beiden nicht, sagt der 26-Jährige. Er habe sich gut informiert, auch über Gefahren und Gepflogenheiten vor Ort. Besonders kritisch könne die Reise durch Pakistan werden, zumal die beiden noch nicht wüssten, ob sie ein Visum bekommen. Ende Oktober wollen die Brüder Indien erreichen und dann etwa sechs weitere Monate an irgendeinem Ort bleiben. Zurück soll es komfortabler werden - gereist wird dann mit dem Flugzeug.

Quelle: n-tv.de, dpa