Panorama

Von Gelsenkirchen nach Kolkata Zu Fuß nach Indien

Mit Blasenpflastern und einer Blockflöte im Gepäck starten zwei Gelsenkirchener in das Abenteuer ihres Lebens. Sie wollen 7500 Kilometer bis nach Indien zu Fuß gehen.

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Marcel (r) und sein Bruder Marlon Stawinoga starten ihren Fußmarsch nach Indien im Asien-Tropenhaus der Zoom Erlebniswelt in Gelsenkirchen.

(Foto: dpa)

Mit Blasenpflastern und einer Blockflöte im Gepäck starten zwei Gelsenkirchener in das Abenteuer ihres Lebens. Die ersten 7000 Schritte haben Marcel und Marlon Stawinoga schon hinter sich, als sie vom Wohnhaus ihrer Eltern in Gelsenkirchen-Buer in der Asienwelt des Gelsenkirchener Zoos ankommen. Der Asienbereich mit Bambusbäumen und Orang-Utans ist der passende Startpunkt für eine Tour, die nach 7500 Kilometern und etwa einem halben Jahr in West Bengalens Hauptstadt Kolkata (früher Kalkutta) enden soll.

"Warum nicht einfach laufen?"

"Die Stadt ist das Zentrum der indischen Intellektuellen, da kann ich nicht einfach hinfliegen. Ich habe mich gefragt: Warum nicht einfach laufen?", sagt der 26-jährige Marcel Stawinoga. Im vergangenen Sommer sei der Wunsch nach einer spirituellen Erfahrung gereift. Ziel der Tour sei es, der Hektik des Alltag zu entfliehen und in den Tag hinein leben zu können. 30 bis 50 Kilometer wollen Marcel und der 21 Jahre alte Marlon pro Tag zurücklegen.

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Die Wanderung soll sie bis nach Kolkata in Indien führen.

(Foto: dpa)

Auf dem Rücken tragen die Brüder aus Gelsenkirchen schwere Trekking-Rucksäcke, darin ein Zelt, Schlafsäcke, Töpfe, Wäsche zum Wechseln, ein Laptop. Regelmäßig wollen die Jungs auf ihrer Internetseite bloggen und berichten, was sie auf ihrer Tour über Rumänien, die Türkei, den Iran und Pakistan erleben. "Am Ende der Reise steht hoffentlich ein Buch", sagt Marcel Stawinoga. Er liebt die Natur und Tiere. Fünf Jahre hat er Besuchern die Tierwelten in den Zoos Dortmund und Gelsenkirchen gezeigt. "Angst haben wir nicht, mit einem Überfall rechnen wir ohnehin", sagt Marcel Stawinoga.

Tränen zum Abschied

Dicke Tränen kullern zum Startschuss über die Wangen von Mutter Manuela Fröhner, die zwei ihrer vier Söhne in die Ferne ziehen lässt. Sie sagt: "Ich freue mich, dass sich meine Jungs ihren Wunsch erfüllen, den sie schon lange im Herzen tragen. Aber es fällt schwer." Immerhin hätten sie sich gut über die Gefahren und Gepflogenheiten der Regionen informiert, die sich durchwandern. Im Iran treffen die Stawinoga-Brüder einen alten Schulfreund, der sie durch das Land begleiten wird.

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Ihre Unterkunft haben sie immer dabei.

(Foto: dpa)

Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski stattete die Jungs mit einem Wimpel mit Stadtlogo aus. "Damit alle wissen, woher ihr kommt", sagt er. Außerdem gab er den beiden ein Empfehlungsschreiben mit, "falls es mal brenzlig wird".

Bevor die Brüder aus Gelsenkirchen Kolkata erreichen, wollen sie verschiedene Tempelstädte besuchen, einem alten Pilgerweg zur Quelle des Ganges folgen und schließlich entlang des Stromes in die Metropole gelangen. Nach der Wanderung wollen die beiden noch ein bisschen Urlaub machen. "Am liebsten an einem Ort, der uns beiden einfach gut gefällt", sagt Marlon. Der Weg mit dem Flugzeug ins Ruhrgebiet wird ein Weg zurück in die Moderne.

Quelle: n-tv.de, Andreas Sträter, dpa

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